Abwasserband Mittleres Emstal: Start ins Jahr mit Schuldenstand Null

Eine öffentliche Einrichtung, die ihre Aufgaben auf neuestem technischen Stand und dazu noch ohne Schulden erbringt – gibt es die? Ja, sogar direkt vor Ort: Der Abwasserverband Mittleres Emstal mit Sitz in Gudensberg ist verantwortlich für die umweltgerechte Entsorgung der Abwässer von rund 17.000 Einwohnern aus Gudensberg, Niedenstein und vier Fritzlarer Ortsteilen. In das Jahr 2019 ist der Verband, dem Bürgermeister Frank Börner vorsteht, mit Schuldenstand Null gestartet. Aber auf den Verband warten neue Herausforderungen.

Eigenkapital 100 %, Schuldenstand 0 €, ein Ergebnishaushalt über 1,25 Mio. €, rund 490.000 € laufende Investitionen und 1,61 Mio. € liquide Mittel. Mit diesen Haushalts-Eckdaten konnte Verbandsvorsteher Börner die Mitglieder der Verbandsversammlung aus den drei Kommunen beeindrucken, die dann Ende Dezember einstimmig für das Zahlenwerk 2019 votierten. Dennoch stehe der Verband vor neuen Herausforderungen, erläuterte Börner, denn nach rund 35 Jahren Betriebszeit entstehe bei den Außenbauwerken allmählich Sanierungsbedarf.

Um diesen genauer zu ermitteln, habe der Verband 2018 ein Planungsbüro beauftragt, welches den Sanierungsbedarf aller Außenbauwerke auf rund 1,5 Mio. € beziffert habe. Dabei handele sich jedoch lediglich um „lebensverlängernde und vorbeugende“ Maßnahmen, gravierende Mängel, die den Betriebsablauf oder die Natur gefährden würden, habe man nicht festgestellt, sagte Börner. Die Sanierung solle bis 2022 realisiert werden, bereits in diesem Jahr will der Verband mit den ersten Sanierungsmaßnahmen beginnen.

Neuland hat der Verband beschritten, als er 2006 eine großflächige Klärschlamm- vererdungsanlage in Betrieb nahm. Der Klärschlamm wird in die neben dem Kläranlagengelände liegenden Vererdungsbeete gepumpt und verliert dort im Laufe der Lagerung einen Großteil seiner Feuchtigkeit. Im Sommer 2019 steht die dritte Räumung der Beete an. Nach langer Lager- und Trocknungszeit ist eine tonnenschwere, wertvolle und nährstoffreiche Substanz entstanden, die wie bisher landwirtschaftlich verwertet werden soll. Rund 850 Tonnen der stichfesten Masse können eingesetzt werden.

Eine weitere innovative Maßnahme, die der Umwelt dient, befindet sich derzeit im Probebetrieb: Über ein neu errichtetes Silo wird dem Abwasser eine Substanz beigegeben, die Phosphat-Rückstände im Abwasser bindet. Auf diese Weise kann dem gereinigten Abwasser, das nach Abschluss der Klärung wieder dem Wasserkreislauf zugeführt wird, Phosphat entzogen werden. Die Gewässergüte der Ems wird so weiter verbessert.

Abwasserverband Mittlerer Emstal – Daten und Fakten
• Verbandsvorstand: Bürgermeister Frank Börner, Gudensberg (Verbandsvorsteher), Bürgermeister Frank Grunewald, Niedenstein, und Bürgermeister Hartmut Spogat, Fritzlar
• Gründung: 1978
• Inbetriebnahme: 1981
• Kanalnetz: 35 km
• Ausbaugröße: 19.950 Einwohner
• Investitionen
o Sammler: 12,3 Mio. €
o Kläranlage: 6,3 Mio. €