Abwasserverband investiert in Umweltschutz

Fundamentbau für die Betankungsfläche.Seit Inbetriebnahme der zentralen Kläranlage für das mittlere Emstal in 1981 hat sich die Wasserqualität im Entwässerungsgebiet deutlich verbessert. Seitdem hat der Verband, dem die Kommunen Gudensberg, Niedenstein und Fritzlar mit vier Stadtteilen angehören, alle Ortsteile im Verbandsgebiet angeschlossen und dabei erhebliche Investitionen in Kläranlage und Leitungsnetz getätigt. Zur Zeit läuft eine Baumaßnahme, mit der die Abwasserqualität noch einmal deutlich verbessert werden soll.

Eine Phosphateliminationsanlage an der Kläranlage wird voraussichtlich Ende Oktober in Betrieb gehen. Sie ermöglicht die ökologisch wichtige Absenkung des Phosphatgehaltes im gereinigten Abwasser, welches die Kläranlage in Richtung Ems verlässt.

Die Abwässer in ländlichen Gebieten sind zunehmend phosphatbelastet. Phosphate tragen zur Überdüngung der Gewässer bei und verstärken dadurch das Pflanzenwachstum, was wiederum zur Folge hat, dass gerade im Sommer ein Sauerstoffmangel in Gewässern entsteht. Dies ist für viele in den Flüssen lebende Fischarten lebensbedrohlich. So kam es während der Hitze- und Trockenperiode der vergangenen Wochen in vielen Flüssen zu Fischsterben.

Baustellentermin (v.l.): Siegfried Czerny, Ingenieurbüro Hessen & Partner, Kassel, Kläranlagen-Betriebsleiter Mike Maurer und Katharina Engelbrecht, Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Mittleres Emstal. Kläranlagenbetreiber wie der Abwasserverband sind daher gesetzlich verpflichtet, die Phosphatwerte des Abwassers, das in die Flüsse eingeleitet wird, zu reduzieren. Der Grenzwert für Phosphat wurde von 2 mg auf 0,5 mg pro Liter abgesenkt. Um diesen Wert erreichen zu können, hat der Abwasserverband entschieden, eine Phosphateliminationsanlage auf dem Gelände der Kläranlage zu bauen.

Dafür wird ein Tank auf einer Betonfläche aufgestellt, der mit Chemikalien (Eisen-III-Chlorid) befüllt wird. Über ein Messsystem werden die Werte im Abwasser ermittelt, um die Chemikalie zur Phosphatabsenkung bedarfsorientiert vom Tank in die Impfstellen in die Becken der Kläranlage einfließen zu lassen. Die Investitionskosten für die Anlage betragen inkl. Ingenieurleistungen rund 360.000 €. Baubeginn war bereits im Juli, mit Abschluss der Baumaßnahme wird für Ende Oktober gerechnet.

Der Abwasserband Mittleres Emstal in Zahlen
• In der Kläranlage des Abwasserverbandes Mittleres Emstal werden die Abwässer der Städte Gudensberg und Niedenstein sowie der Fritzlarer Ortsteile Werkel, Wehren, Lohne und Haddamar, zusammen rund 17.000 Einwohner, gereinigt.
• Dem Verbandsvorstand gehören die Bürgermeister Frank Börner, Gudensberg (Verbandsvorsteher), Frank Grunewald, Niedenstein, und Hartmut Spogat, Fritzlar, an.
• Gründung: 1978
• Inbetriebnahme: 1981
• Kanalnetz: 35 km
• Ausbaugröße: 19.950 Einwohner
• Investitionen
Sammler: 12,3 Mio. €
Kläranlage: 6,3 Mio. €
• Haushalt 2018
o Ergebnishaushalt: 1,20 Mio. €
o Investive Massnahmen: 0,40 Mio. €
o Liquide Mittel: 1,81 Mio. €
o Eigenkapital: 4,43 Mio. €
o Eigenkapitalquote: 97,34 %
o Schuldenstand zum 31.12.2018: 0,00 €