Austausch zur kommunalen Kulturarbeit in Willingshausen

Empfang auf dem Museumshof: Der Willingshäuser Erste Beigeordnete Manfred Ries (vorn links) heißt den Besuch aus Gudensberg willkommen.„Gudensberg trifft Willingshausen“ hieß es im vergangenen Jahr bereits zwei Mal: Beide Kleinstädte hatten 2018 Ausstellungen zum 65. Geburtstag der Künstlerin Carin Grudda im Programm. Anfang 2019 konnte die Kooperation fortgesetzt werden, als das Gudensberger Künstlerquartier eine Gemeinschaftsausstellung in der Willingshäuser Kunsthalle zeigte. Grund genug für in der kommunalen Kulturarbeit Aktive aus beiden Kommunen, sich einmal Zeit für eine Begegnung und den Austausch zu nehmen.

Was immer noch nicht alle wissen: Mit der ersten, bereits 1814 gegründeten Künstlerkolonie befindet sich ein gar nicht mehr so verborgenes kunstgeschichtliches Juwel in der dem Chattengau benachbarten Schwälmer Region. Seitdem kamen im Laufe von Jahrzehnten Hunderte von Künstlern in die Gegend, nutzten Ruhe und die Beschaulichkeit der Landschaft für ihr künstlerisches Schaffen. Renommierte Künstler wie Ludwig Emil Grimm oder Carl Banzer gingen aus der Schule hervor. Diese überaus ergiebige Kunstproduktion stehe im Mittelpunkt des Gerhardt von Reutern-Hauses und der 2006 neu errichteten, angegliederten Kunsthalle. Mit diesen einführenden Worten erläuterte Erster Beigeordneter Manfred Ries die Aufgaben des Trägervereins, der im Jahr mehrere Sonderausstellungen organisiert, Workshops anbietet und ein Künstlerstipendium vergibt.

Eine sachkundige Führung durch die Willingshäuser Malerstube bot Martha Elisabeth Ditter (r.) an.All dies sei nur durch ein umfassendes ehrenamtliches Engagement möglich, sagte Ulrike Becker-Dippel, die nach einem ausführlichen Rundgang durch die Kunsthalle die beeindruckenden Strukturen der Willingshäuser Kulturarbeit erklärte. Auch die umfangreiche Gudensberger Kulturarbeit binde ehrenamtlich aktive Bürger/innen ein, schilderte Bürgermeister Frank Börner die Gudensberger Praxis, wenngleich das Gerüst dafür die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen im Rathaus lieferten. Aber kein Schmeckefuchs, kein Märchenfest und auch keine Kabarettveranstaltung sei ohne das Engagement der Ehrenamtler denkbar, sagte der Rathauschef, daher habe man die engagierten Damen und Herren selbstverständlich auch zum Besuch in Willingshausen mitgenommen.

Die kommunale und durch den Verein getragene Museumsarbeit erläutert Ulrike Becker-Dippel. Im Mittelpunkt des Austauschs standen weitere Erfahrungen, die beide Kommunen mit ihren schlanken Organisationsformen in der Kulturarbeit machen konnten und, welche Herausforderungen die Zukunft bereithalten wird. Der überaus fruchtbare Austausch solle fortgesetzt werden, vereinbarten die Teilnehmer/innen am Ende, sodass es bald wieder heißen wird „Gudensberg trifft Willingshausen“.