Baustellenführung: Feuerwehr lud ein zum Rundgang

Katrin Möbus, stellvertretende Stadtbrandinspektorin (M.), erläutert die Arbeitsabläufe.Das neue Gudensberger Feuerwehrhaus ist in einen „schwarzen“ und einen „weissen“ Bereich aufgeteilt. Was es damit auf sich hat, erklärte die stellvertretende Stadtbrandinspektorin Katrin Möbus bei einem der vielen Rundgänge auf der Baustelle. Rund 150 interessierte Besucher/innen hatten sich am Samstagmittag vor dem Gebäude eingefunden, um sich durch sachkundige Feuerwehrleute über die Baustelle führen zu lassen. Sie erhielten viele Informationen über die Bauarbeiten und die Arbeit der Feuerwehren.

Im schwarzen Bereich ist Schmutz zugelassen, den weißen dürfen die Feuerwehrleute nach einem Einsatz nur betreten, nachdem sie sich gereinigt haben, erläuterte Katrin Möbus. Denn es ist möglich, dass der Kleidung nach einem Einsatz gefährliche oder hygienisch bedenkliche Substanzen anhaften. Derer müssen sich die Feuerwehrleute in einer Schmutzschleuse entledigen. Die noch nicht komplett ausgebaute Schleuse war einer von vielen Räumen, die auf den Führungen begangen wurden, und zu denen es interessante Details zu hören gab.

Kernstück des neuen Feuerwehrhauses ist die Fahrzeughalle. Hier zu sehen sind die Absaugschläuche.Auch jenes, dass es im neuen Feuerwehrhaus getrennte Umkleide- und Sanitärräume geben wird, schließlich sei die Zahl der aktiven Feuerwehrfrauen deutlich gewachsen, erläuterte Möbus. Von 200 Einsatzkräften seien inzwischen 15 weiblichen Geschlechts. Eindruck erzeugten vor allem die großen Flächen: Zum Beispiel die Fahrzeughalle, die angesichts des gewachsenen Fuhrparks mitwachsen musste. Die Halle ermöglicht ein gefahrenfreies Ein- und Ausfahren, die erforderlichen Abstände können eingehalten werden. Auch an die Gesundheit der Feuerwehrleute wurde gedacht: Absaugschläuche nehmen die Abgase auf, wenn Motoren der Fahrzeuge in der Halle einmal laufen müssen.

Im Obergeschoß sieht es ein wenig nach Unternehmenszentrale aus. Dennoch, so erklärte der ehemalige Stadtbrandinspektor Verdy Ryffel, die Gudensberger Feuerwehr bleibe eine Freiwillige Feuerwehr, eine ständige Besetzung des Feuerwehrhauses werde es nicht geben. So wird der Raum des Stadtbrandinspektors nur bei bestimmten Anlässen besetzt sein. Öfter belegt ist ab November sicher der große Schulungsraum, der durch eine Trennwand halbiert werden kann. Hier sollen Fortbildungen nicht nur für die Gudensberger Feuerwehren, sondern auch für den Kreisverband stattfinden.

 Verdy Ryffel, ehemaliger Stadtbrandinspektor (4.v.l.), führte einige Gruppen durch die Baustelle.Am Ende des Rundgangs stand die „Florianstube“, der noch die Atmosphäre für das fehlt, was sie einmal sein soll: Ein Ort des Austauschs und der entspannten Zusammenkunft für die Feuerwehrleute. Ideen, wie sie einmal aussehen soll, gibt es unter den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die am Bau anpacken, viele.

Größte städtische Investition
Für ihre vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben benötigen die Freiwilligen Feuerwehren in Gudensberg Fahrzeuge und Geräte, die viele Millionen Euros wert sind und die über lange Jahre einsatzbereit sein sollen. Im alten Feuerwehrhaus im Löhner Weg war dies nicht mehr möglich, Unfallverhütungsvorschriften konnten nicht eingehalten werden. Auch die Versammlungs- und Schulungsräume für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute waren nicht ausreichend vorhanden.

Nach einem mehrjährigen Planungsvorlauf fassten daher die städtischen Gremien den Beschluss zum Neubau eines Feuerwehrhauses. Investiert werden rund 5,0 Mio €, 640.000 € trägt das Land Hessen. Durch die Investition entsteht am Metzer Kreisel ein zweckmäßiges und funktional gehaltenes Gebäude, das im Erdgeschoss über rund 1.360 qm Nutzfläche verfügen wird. 750 qm sind als Abstellfläche für Fahrzeuge und Lager vorgesehen, auch Waschhalle, Atemschutzwerkstatt, Schlauchpflege sowie Umkleiden für rund 100 Einsatzkräfte werden geschaffen.

Interessiert: Verdy Ryffel (r.) im Austausch mit Besuchern.Im Obergeschoss stehen rund 600 qm für Büros und Schulungsräume zur Verfügung. Sie werden für das umfangreiche Fortbildungsprogramm sowie für die Nachwuchsarbeit genutzt. Der Startschuss zu den Tiefbauarbeiten wurde im Dezember 2016 gegeben. Im November 2018 soll der Bau in Betrieb genommen werden.