„Erfolgsmodell der interkommunalen Zusammenarbeit“: Abwasserband ab 2019 schuldenfrei

Die Kläranlage des Abwasserverbandes in Gudensberg-Maden. Foto: Abwasserverband Mittleres EmstalDer Abwasserverband Mittleres Emstal, der die Abwässer von rund 17.00 Einwohnern aus Gudensberg, Niedenstein und den Fritzlarer Ortsteilen Werkel, Wehren, Lohne und Haddamar sammelt und in der zentralen Verbandskläranlage bei Maden reinigt, wird im Jahr 2018 schuldenfrei. Der im Dezember von der Verbandsversammlung des Kommunalverbandes einstimmig beschlossene Haushalt sieht auch keine neue Kreditaufnahme vor.

Für den Gudensberger Bürgermeister Frank Börner, der dem Verband vorsteht, ist der Zusammenschluss ein Erfolgsmodell der interkommunalen Zusammenarbeit: „Dem Abwasserverband ist es erneut gelungen, einen ausgeglichenen Etat aufzustellen. Bei laufenden Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 1,2 Mio. € wird mit einem Überschuss von 75.600 € gerechnet.“ Haupteinnahmequelle im Ergebnishaushalt ist die Verbandsumlage, die von den drei Mitgliedskommunen gezahlt wird. Davon entfallen auf Gudensberg 541.471 €, Niedenstein 378.147 € und Fritzlar 145.382 €. Ausgaben werden im Wesentlichen für Instandhaltungsmaßnahmen, Energie- und Personalkosten sowie Abschreibungen kalkuliert.

Der Verbandsvorstand, dem die Bürgermeister der beteiligten Kommunen angehören, ist stolz darauf, dass die Kläranlage dem neuesten Stand der Technik entspricht und kein Investitionsstau vorhanden ist. Seit der Gründung des Verbandes in 1978 wurden Investitionskosten in Höhe von 18,6 Mio. € getätigt, insbesondere für die Kläranlage, das Kanalnetz und die zugehörigen Bauwerke wie Regenrückhaltebecken und Staukanäle.

Um die Bausubstanz zu erhalten, investierte der Verband in den letzten drei Jahren rund 410.000 € in Betonsanierungen an den Becken der Kläranlage. Weiterhin wurde im Jahr 2017 der letzte sanierungsbedürftige Abschnitt des Kanalnetzes, der Kanalsammler Haddamar-Wehren, für 79.500 € im Inlinerverfahren saniert.

2018 ist geplant, sämtliche Außenbauwerke (Regenrückhalte- und Regenauffangbecken, Staukanäle etc.) auf weiteren Sanierungsbedarf zu überprüfen. Weiterhin ist in 2018 eine Optimierung der Phosphatfällungsanlage auf dem Gelände der Kläranlage vorgesehen. Ziel ist es, den Phosphatanteil des Abwassers, das in die Ems eingeleitet wird, zu reduzieren und die Abwasserqualität deutlich zu verbessern. Damit kann der Verband den gesetzlichen Anforderungen zur Reduzierung des Phosphatgehaltes von 2 mg auf 0,5 mg pro Liter zum 01.01.2019 entsprechen.

Von diesem vorausschauenden und wirtschaftlichen Handeln profitiert nicht nur die Umwelt – der Verband wird zum Ende des Jahres 2018 erstmals seit der Gründung schuldenfrei sein. Zudem verfügt der Abwasserverband über Rücklagen von 1,81 Mio. €.

 

Der Verband in Zahlen
Verbandsvorstand: Bürgermeister Frank Börner, Gudensberg (Verbandsvorsteher), Bürgermeister Frank Grunewald, Niedenstein, und Bürgermeister Hartmut Spogat, Fritzlar
Gründung: 1978
Inbetriebnahme: 1981
Kanalnetz: 35 km
Ausbaugröße: 19.950 Einwohner

Investitionen
Sammler: 12,3 Mio. €
Kläranlage: 6,3 Mio. €

Haushalt 2018
Ergebnishaushalt: 1,20 Mio. €
Investive Massnahmen: 0,40 Mio. €
Liquide Mittel: 1,81 Mio. €
Eigenkapital: 4,43 Mio. €
Eigenkapitalquote: 97,43 %
Schuldenstand zum 31.12.2018: 0,00 €