Bezahlbarer Wohnraum für Gudensberg – Förderung für 40 Wohneinheiten bewilligt

Bezahlbarer Wohnraum ist rar – auch in Gudensberg. Gerade einmal 51 Sozialwohnungen gibt es überhaupt noch in Gudensberg – vor zwei Jahren waren es noch 123. Die Wohnungsbaugesellschaft GBI bietet der Stadt Gudensberg an, 40 neue Sozialwohnungen zu bauen – wo genau, steht noch nicht fest. Das Land Hessen hat jetzt für das Vorhaben einen Zuschuss bewilligt.

Eine Entscheidung, ob und wenn ja, welche Fläche die Stadt Gudensberg der GBI zum Zwecke des Wohnungsbaus verkauft, ist nach wie vor noch offen. Hierüber werden die Stadtverordneten in öffentlicher Sitzung beraten – allerdings erst, wenn eine Prüfung von möglichen Standorten abgeschlossen ist.

In seiner Sitzung vom 1. November hat der Magistrat beschlossen, einen Entwurf für ein städtebauliches Konzept für das in Planung befindliche Neubaugebiet „Gudensberg-Süd“, südlich des Baumviertels, in Auftrag zu geben. Dies soll als Diskussionsgrundlage dafür dienen, ob in dem Gebiet „Gudensberg-Süd“ sozialer Wohnungsbau integriert werden kann. Damit wird der Stadtverordnetenbeschluss vom 18.10.2018 umgesetzt, wonach geprüft werden soll, welcher Standort dafür geeignet ist.

Ursprünglich hatte die GBI Wohnungsbau, die eine Tochtergesellschaft der gemeinnützigen Stiftung Moses Mendelssohn ist, sogar 80 Wohneinheiten angeboten. Das Projekt wurde aber mittlerweile von 80 auf 40 Wohneinheiten halbiert. Davon verspricht sich die GBI ein besseres städtebauliches Einfügen, entweder am bisher anvisierten Standort in der Steinzeitsiedlung oder auch an anderer Stelle.

Sozialer Wohnungsbau schafft Wohnraum für Personen, deren Haushaltseinkommen niedrig ist. Eine Wohnung kann nur angemietet werden, wenn die Stadtverwaltung einen „Wohnberechtigungsschein“ ausstellt, nachdem die Einkommensverhältnisse dargelegt wurden. Im Falle der Realisierung des Vorhabens hätte die Stadt Gudensberg das Recht, der GBI die Mieter vorzuschlagen. Die Stadt müsste ein Darlehen geben, um sich die Belegungsrechte für 25 Jahre zu sichern.

Die Kaltmiete soll nach derzeitigem Stand bei 6,20 €/qm liegen, wobei aufgrund der heutigen Wärmedämmstandards mit vergleichsweise niedrigen Heizkosten gerechnet werden kann.

Der hessischen Wohnungsbedarfsprognose des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt zufolge, die im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erstellt wurde, ist Gudensberg eine Kommune mit festgestelltem Wohnungsdefizit.

Wenn das Ergebnis der alternativen Standortprüfung abgeschlossen ist, wird die Stadtverordnetenversammlung erneut in öffentlicher Sitzung über das Vorhaben beraten. Eine Entscheidung, ob und wenn ja, wo der Wohnungsbau realisiert wird, ist also nach wie vor noch offen.