„Für eine friedliche Welt“ – Gedenkstunde zum Volkstrauertag

Gedenkstunde zum Volkstrauertag: Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert, Bürgermeister Frank Börner und Stadtbrandinspektor Markus Iffert (1. Reihe v.l.) nahmen für die Stadt Gudensberg teil. Ein selbst produziertes Hörspiel, Text- und Bildcollagen an der Pinwand, viele Unterrichtshefte und eine Rede zum Volkstrauertag aus Schülerinnensicht. Aus den Beiträgen der Klasse 10a der Dr. Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) wurde gut sichtbar, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Monaten mit dem Thema Erster Weltkrieg mit ihrem Geschichtslehrer Henrik Ernst beschäftigt hatten. Zum Volkstrauertag hatte die Stadt Gudensberg zu einer Gedenkstunde eingeladen, die gemeinsam mit der Schule vorbereitet wurde.

Wie oft noch müssen Kanonenkugeln fliegen, bevor sie für immer verbannt werden? fragten Andreas Olbrich und Björn Mielke mit einem Lied von Bob Dylan. Die jährliche Gedenkstunde in Gudensberg, die aus Anlass des Gedenktages im Kulturhaus Synagoge stattfand, sollte an das Schicksal der in den Kriegen gefallenen Soldaten und Zivilisten erinnern. In Gudensberg gingen die Schülerinnen und Schüler der GAZ der Frage nach, was der Erste Weltkrieg, der vor genau 100 Jahren zu Ende ging, für die Menschen bedeutete und warum es heute noch immer wichtig ist, sich an die Geschichte zu erinnern. Dazu präsentierten die Schüler ein selbst produziertes, gefangen nehmendes Hörspiel mit Auszügen aus dem Kriegstagebuch des jungen Soldaten Fritz Halpapp, der darin seinen Kriegsalltag schildert. Das Hörspiel illustrierte anschaulich den eingangs von Heinrich Heine zitierten Satz: „Unter jedem Grabstein liegt eine ganze Weltgeschichte“

Philipp Bochnik aus der Klasse 10a der Dr. Georg-August-Zinn-Schule und Geschichtslehrer Henrik Ernst erläuterten, wie die Schülergruppe die Beiträge zur Gedenkstunde erarbeitet hatten. Für Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner ist das Gedenken an die Opfer der Weltkriege Friedensarbeit mit einem aktuellen Bezug: „Angesichts der vielen Konflikte in der Welt möchten wir an diesem Tag deutlich machen, wie wichtig die praktische Friedensarbeit, und damit die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, ist. Das Gedenken an die Opfer der Weltkriege zeigt, dass wir uns für ein gelingendes Miteinander in Europa engagieren müssen.“ Börner beschrieb die vielen Begegnungen zwischen den Bürgern Gudensbergs und der beiden Partnerstädte Jelcz-Laskowice (Polen) und Schtschyrez (Ukraine), die Menschen zusammenbrächten und Grundlagen für ein friedliches Miteinander sicherten.

Björn Mielke und Andreas Olbrich (v.l.), die auch die Gedenkstunde musikalisch begleitet hatten, schlossen mit einem Anti-Kriegslied die Kranzniederlegung  am Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Alten Friedhof ab. In der populären Musik spielen geschichtliche Themen immer eine Rolle. Die Musiker Andreas Olbrich und Björn Mielke erinnerten mit ihren Songs an die amerikanische und internationale Protestbewegung der 1960er und -70er Jahre. Bob Dylan und anderen Musikern war der Aufruf zum Gewaltverzicht wichtig, denn die Erinnerung an die Grauen des Vietnam-Krieges war noch sehr frisch.

Die Veranstaltung im Kulturhaus Synagoge schloss mit einer Kranzniederlegung am Alten Friedhof ab. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde kürzlich saniert. Ein von den Gudensberger Heimatfreunden gestiftetes Schild macht die Namen der Gefallenen, die auf dem steinernen Sarkophag stehen, lesbar. Auch in den Stadtteilen Gudensberg fanden wie in den vergangenen Jahren Gedenkstunden zum Volkstrauertag statt, die von den Ortsbeiräten und Kirchengemeinden ausgerichtet wurden.