Hallenbad Terrano: Sanierungsbedarf bei Dach wegen Baumängel – Bad muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben

Das Hallenband Terrano muss saniert werden. Foto: Matthias RinglebeDas städtische Hallenbad Terrano in Gudensberg muss aus baulichen Gründen weiterhin geschlossen bleiben, da es gravierende Mängel an der Dachkonstruktion aufweist, die saniert werden müssen, um einen sicheren Badbetrieb zu gewährleisten. Die Schäden sind durch eindringende Feuchtigkeit in der Dämmebene sowie in den Holzbauteilen entstanden. Dies haben Untersuchungen ergeben, die durch die Stadt Gudensberg in Auftrag gegeben wurden.

Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Holzträger über der Schwimmhalle unterdimensioniert sind. Sie wurden bereits beim Bau des Bades in 1972/1973 flacher gebaut als in der Statik vorgesehen. Dies wurde bei den Sanierungsarbeiten zwischen 2006 bis 2008 weder durch den hierfür verantwortlichen Generalplaner noch durch den von ihm beauftragten Statiker erkannt.

Die zusätzliche Last durch den Austausch der Dachkonstruktion führte zu einer unzulässigen Lastüberschreitung des Tragwerks. Eine Gefahr für die Badegäste hat aber zu keiner Zeit bestanden, da die Lastreserven des Tragwerks in den Berechnungen berücksichtigt waren. Aufgrund von nun vorgefundenen holzzerstörenden Pilzen sind die Lastreserven jedoch mittlerweile aufgebraucht.

In ihrer nächsten Sitzung am 30. August 2018 wird die Stadtverordnetenversammlung über das weitere Vorgehen beraten. Dies betrifft auch den Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Bades.

Hintergrund:
Das in 1974 fertiggestellte Hallenbad wurde in 2008 umfangreich saniert und erweitert. So wurden zusätzlich zur bestehenden Schwimmhalle ein Ruhebereich und ein Kinderland neu errichtet. Auch der Kiosk mit großem Aufenthaltsbereich wurde neu geschaffen. Die Umkleiden und der Saunabereich wurden grundlegend saniert.

In 2012 wurden Wassertropfenbildungen an der Zwischendecke zur Dachdämmung im Ruheraum und Kinderland erkennbar, woraufhin in 2013 Teilbereiche der Dachdämmung saniert wurden. In 2016 bildeten sich erneut Wassertropfen an der Zwischendecke. Zusammen mit einem von der Stadt beauftragten Bauphysiker wurde ein neuer Aufbau für die Dachdämmung festgelegt.

Die in der Freibadsaison 2017 geplanten Instandsetzungsarbeiten sollten im Oktober 2017 abgeschlossen sein. Vor Beendigung dieser Arbeiten wurden zu Kontrollzwecken erneut Bereiche der in 2013 sanierten Decke im Kinderland und im Altbestand der Schwimmhalle geöffnet und Überprüfungen an der Decken- und Tragwerkskonstruktion vorgenommen.

Dabei wurden größere Schäden an den das Dach tragenden Holzelementen und im Bereich der Dämmebene festgestellt (Pilzbefall durch holzzerstörende Pilze und Schimmelpilze). Dies ergab eine Beprobung durch ein Labor. Darüber hinaus wurde durch den von der Stadt beauftragten Statiker erkannt, dass die Holzträger über der Schwimmhalle flacher gebaut wurden als in der Statik vorgesehen.

Um weitere Schädigungen des Tragwerks zu verhindern und gleichzeitig ein geeignetes Sanierungskonzept zu entwickeln, musste das Hallenbad bis auf Weiteres geschlossen werden. Zur Beweissicherung wurden bis Ende 2017 die Schäden am Hallenbaddach dokumentiert.

Das Gesamtschadensbild ergibt sich allerdings erst, wenn weitere umfassende Bauteilöffnungen, z.T. auch von außen, erfolgen. Dies konnte bislang noch nicht durchgeführt werden, weil im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung keine Beweise mehr für einen gerichtlichen Gutachter vorhanden wären.

Im Februar 2018 wurden durch die Stadt Schadensersatzansprüche an den Planer erhoben. Mit dem Ziel einer außergerichtlichen Einigung fand im März 2018 eine Begutachtung der Schäden mit dem Planungsbüro und dessen Haftpflichtversicherer statt.
Damit die gegnerische Versicherung die Sach- und Rechtslage bewerten kann, erstellte ein Bausachverständiger im Auftrag der Stadt ein Gutachten. Ziel dieser Bemühungen ist, zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen, um zügig mit der Sanierung beginnen können.