Lebensmittel Wasser – Tiefbrunnen am Buchenborn wird saniert

Baustellenleiter Ernst-Wilhelm Janz (re.), Viktor Wilhelm und Auszubildender Filebar Aga (v.r.) von der Fa. H. Angers Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH aus Hess. Lichtenau setzen ein weiteres PVC-Rohrstück in dem Brunnenschacht ein.Wenn es so einfach wäre: Strom kommt aus der Steckdose und Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Damit jederzeit eine ausreichende und einwandfreie Versorgung für den täglichen Bedarf gewährleistet werden kann, sind jeden Tag zahlreiche Fachleute aus Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Einsatz. Bei den Investitionen darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. Ein Beispiel: In Gudensberg wird zurzeit für ca. 100.000 € der Tiefbrunnen am Buchenborn saniert.

Durch den Tiefbrunnen werden rund 6.800 Einwohner der Kernstadt sowie aus den Stadtteilen Dissen und Deute mit Trinkwasser versorgt. Eine Fachfirma für Bohr- und Brunnenbau setzt in die bestehende Ausbauverrohrung einen neuen „Inliner“ ab, denn die Bestandsverrohrung aus Stahl ist korrodiert.

Geologische Erkundungen hatten seinerzeit hygienisch einwandfreies Trinkwasser in großer Menge versprochen, 1965 wurden Bohrungen in der Gemarkung Buchenborn niedergebracht und ein Tiefbrunnen eingerichtet. Eine nachhaltige Maßnahme, denn bis heute versorgt der 316 m tiefe Brunnen eine stetig wachsende Anzahl Einwohner. Zunächst wurde die Kernstadt aus dem Tiefbrunnen versorgt, später kamen die Ortsteile Dissen und Deute hinzu. Das Wasser wird anschließend zur Aufbereitungsanlage auf dem Güntersberg gepumpt und von dort in die Netze eingespeist.

Für die rund sechswöchige Zeit der Brunnensanierung muss allerdings die Wasserversorgung durch das Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg sichergestellt werden. Davon merkt der Verbraucher nichts, denn das Wasser wird wie üblich über Hochbehälter und örtliche Netze verteilt.

2017 hatte eine Kamerainspektion im Brunnen gezeigt: Die Brunnenverrohrung weist Korrosionsstellen auf, Ablagerungen auf der Rohrinnenwand reduzieren den Brunnenquerschnitt. Eine Sanierung war somit unumgänglich. Da die alten, korrodierten Stahlrohre nicht ausgebaut werden können, setzt die beauftragte Fa. H. Anger´s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH aus Hessisch Lichtenau einen sog. Inliner (PVC-Rohre), in den Brunnen. Bereits zuvor erfolgten geophysikalische Messungen, TV-Inspektionen und eine Regenerierung des oberen, sanierungsbedürftigen Bereichs. Im Anschluss daran werden insgesamt 247 Rohr-Meter neu eingebaut. Die Länge der Rohre beträgt je 4 Meter, die Teilstücke werden verschraubt und nach unten bis zur Einbautiefe abgesetzt.

Zwischen alter und neuer Verrohrung wird ein sog. „Dämmer“, ein Tonmehl-Zementgemisch eingepresst, was zusätzlich für Stabilität und Dichtigkeit sorgt, erläutert Baustellenleiter Ernst-Wilhelm Janz vor Ort. Der Tiefbrunnen wird damit zukunftsfest gemacht. Nach den Sanierungsarbeiten im oberen Bereich, erfolgt noch eine Regenerierung des unteren Filterbereichs, um die Fest- und Schwebstoffanteile zu entfernen. Eine Investition, die sich lohnt, denn die geologische Untersuchung vor zwei Jahren hatte gezeigt, dass die Wassermenge auch künftig ausreichen wird und die Qualität des Wassers gut ist.

Hintergrund
Der Stadtteil Dissen bezog bis 2002 sein Trinkwasser aus den umliegenden oberflächennahen Quellen Glisborn und Kammerberg. Nach dem Bau einer Verbindungsleitung nach Dissen wurde das Gudensberger Brunnenwasser zusätzlich mit dem Wasser dieser Quellen gemischt. Da aber die Aufbereitung des Quellwassers mit einem stetig steigenden technischen und finanziellen Aufwand verbunden war, wurde 2007 auf die Nutzung des Quellwassers verzichtet und ausschließlich der Tiefbrunnen zur Trinkwasserversorgung eingesetzt.

Das geförderte Rohwasser hat einen Härtegrad von 22° dH. Dieser wird durch die Zugabe von Salzsäure auf derzeit 10,5° dH reduziert und nach erfolgter Aufbereitung in den Hochbehälter weitergeleitet. Von dort erfolgt die Verteilung in das Wassernetz und damit in die Haushalte. Der Wasserverbrauch der ca. 6.800 zu versorgenden Einwohner einschließlich der angeschlossenen Betriebe, liegt jährlich bei ca. 340.000 m³. Zuletzt wurden die Trinkwasserhochbehälter in Gudensberg (Schlossberg), Dissen und Deute saniert. Gesamtkosten ca. 560.000 €.

Durch die fortlaufenden Investitionen in die Bauwerke und das Leitungsnetz verfügt Gudensberg über eine moderne, leistungsfähige und hygienisch einwandfreie Wasserversorgung.