„Mehr Nähe zur Landwirtschaft“: Familientag für die Sinne

Eröffneten den Familientag (v.l.): Benedikt Ehrhardt und Katharina Penke, Mitarbeiter der Raiffeisen Waren GmbH, Reinhard Stieglitz und Dirk Köchler, Geschäftsführer der Raiffeisen Waren GmbH, Bürgermeister Frank Börner und „Schmeckefuchs“ Thomas Hof. Foto: Rainer Sander„Viele Menschen“, sagt Geschäftsführer Dirk Köchler von der Raiffeisen Waren GmbH mit ihrem Standort in Gudensberg, „haben heute ein distanzierteres Verhältnis zur Landwirtschaft als früher!“ Auf den Dörfern wusste man Bescheid über die Lebensmittel, die ausschließlich aus bäuerlicher Erzeugung stammten. Heute horcht man vor allem auf, wenn es um Probleme, Skandale, Düngung, Pflanzenschutzmittel oder aktuell Nitrat im Boden geht.

Die Menschen sollen ihre Bauern und den Anbau von Gemüse und Getreide besser verstehen. Deshalb haben der Gudensberger Bürgermeister Frank Börner und der Geschäftsführer bei der Raiffeisen Waren GmbH, Reinhard Stieglitz, gemeinsam die Idee für den ersten Gudensberger Familientag der Landwirtschaft geschmiedet.

Melanie Röder und Martin Macioschek, Stadtverwaltung Gudensberg informierten gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern über das städtische Kulturprogramm. Am 29. Juli ist wieder Märchenfest. Foto: Rainer SanderAm Samstag, den 23. Juni, pünktlich um 10 Uhr, eröffneten die beiden Geschäftsführer der Raiffeisen Waren GmbH zusammen mit dem Bürgermeister als Schirmherr, die Veranstaltung auf dem Versuchsfeld an der Kasseler Straße Richtung Dissen und Deute. Das Ziel: Transparenz und Nähe zur Landwirtschaft herstellen.

Die Raiffeisen als Partner der Landwirte beliefert diese nicht nur mit Saatgut, Dünger, Landmaschinen und Erntetechnik, sie berät die Bauern auch hinsichtlich der passenden Produkte zum richtigen Boden. Um jederzeit zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, bewirtschaftet die Raiffeisen Waren GmbH zu diesem Zweck in Gudensberg das zentrale Versuchsfeld für Hessen. Aber auch Landwirte aus den Nachbar-Regionen interessieren sich für die Ergebnisse.

Auf 500 Parzellen werden verschiedene Fruchtfolgen getestet, unterschiedliche Getreide angebaut und das zu unterschiedlichen Bedingungen, mit verschiedenen Saaten und differenzierter Bewirtschaftung. Bis dahin, dass sich Aufschlüsse darüber ergeben, wie sich Gerste oder Weizen bei andersartiger Düngung verhalten.

Große Landmaschinen faszinieren. Foto: Rainer SanderJedes Jahr, weiß Dirk Köchler, ist anders und in diesem Jahr steigen die Herausforderungen durch das Wetter besonders stark. Mit den Erkenntnissen aus dem Versuchsfeldes die Raiffeisen auch zukünftig in schwierigen Jahren die richtigen Tipps geben und passendes empfehlen.

Für Frank Börner, der ebenfalls landwirtschaftliche Wurzeln hat, ist es eine Herzensangelegenheit, die heimische Landwirtschaft, die zur Stadt und seinen dörflichen Ortsteilen gehört, zu fördern und gleichzeitig den Dialog und die Begegnung anzustoßen. Das soll das ganze Jahr über mit unterschiedlichen Veranstaltungen unterstützt werden. So wird es mit dem Bauernherbst am 2. September ein neues Veranstaltungsformat geben.

Mit allen Sinnen Landwirtschaft
Der erste große Familientag stand unter dem Motto „Mit allen Sinnen Landwirtschaft“. Dafür hatten die Raiffeisen-Mitarbeiter ein umfassendes Programm vorbereitet. Der Regionalbauernverband informierte über die Landwirtschaft in der Region und die Produkte. Über die Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft gab es wichtiges zu erfahren und die Stadt Gudensberg präsentierte ihr Veranstaltungsprogramm. Hessenforst informierte über die Arbeit der Förster und bei den Imkern konnte man viel über die Honiggewinnung erfahren. Schließlich gab es Führungen im Versuchsfeld, um anschaulich die Ergebnisse unterschiedlicher Bewirtschaftung zu erkunden.

Gern stiegen die Kinder auf den großen Traktor. (Foto: Rainer Sander)Am meisten Spaß hatten die Kinder: von der klassischen Hüpfburg über Strohballen zum Klettern bis zum Melken an Kuhmodellen, gab es jede Menge zu erleben. Die riesigen Landmaschinen faszinierten Jung und Alt, das Mitfahren auf einem großen Traktor blieb den Kindern vorbehalten.

Das runde Programm stützte das Motto, denn es gab etwas fürs Auge, zum Spüren, zum Riechen und zum Schmecken. Schließlich konnte vom Grill bis zum leckeren Bauernhof-Eis auch eine Menge probiert werden. Sowohl die Stadt, als auf die Raiffeisen waren GmbH waren zufrieden mit dem Besuch und dem Ergebnis. (rs)