Neues Feuerwehrhaus: Schub für den Brandschutz – Feuerwehrleute packen selbst mit an

Der Baukörper des neuen Gudensberger Feuerwehrhauses an der Metzer Straße im Juni 2018.Die Feuerwehr: Erst wenn man sie selbst einmal braucht, merkt man, wie wichtig und unentbehrlich sie ist. Und wie gut sie funktioniert – wenn Einsatzbedingungen und Ausstattung stimmen. Dafür ist die Kommune als Träger der Freiwilligen Feuerwehren verantwortlich. In Gudensberg stellte sich heraus, dass das alte Feuerwehrhaus heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Die städtischen Gremien handelten und entschieden über den Neubau eines zeitgemäßen neuen Feuerwehrhauses. Im November 2018 soll es in Betrieb gehen.


Größte städtische Investition
Die Liste der Mängel war lang: Regelmäßig checkt ein im Auftrag des Landes Hessen tätiges Prüfungs- und Zertifizierungsunternehmen die Feuerwehren mit Blick auf die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften. Das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus in Gudensberg bot nicht das, was solche Gebäude heutzutage gewährleisten müssen. Auch Entwicklungsmöglichkeiten für eine Feuerwehr, aus der angesichts moderner Fahrzeuge und vielfältiger Hilfsmittel längst ein High-Tech-Betrieb geworden ist, bestanden nicht.

Bei der wöchentlichen Baustellenbesprechung (v.l.): Patrick Koch, Ingenieurbüro K-Plan, Klaus Arlt, Stadtverwaltung Gudensberg, Verdy Ryffel, Stadtbrandinspektor a.D., Jörg Vetter, Ingenieurbüro K-Plan, und Juri Neumann, Fa. Völske-Elektroanlagen.Daher beschäftigten sich die städtischen Gremien mit einer Neubauplanung, die der Gudensberger Feuerwehr als wichtigstem Stützpunkt im Stadtgebiet diese dringend benötigten Entwicklungsmöglichkeiten geben würde. Klar war auch, dass man dafür tief in das städtische Säckel würde greifen müssen: Die Investitionssume, die über mehrere Jahre verteilt in den städtischen Haushalt eingestellt wurde, beträgt rund 5,0 Mio €. Das Land Hessen gewährt einen Zuschuss von 640.000 €.

Diese Investition ist notwendig, um ein zweckmäßiges und funktional gehaltenes Gebäude zu schaffen, das im Erdgeschoss über rund 1.360 qm Nutzfläche verfügen wird. 750 qm werden benötigt, um die Fahrzeuge einsatzbereit abzustellen sowie als Lagerfläche. Vorgesehen werden darüber hinaus Waschhalle, Atemschutzwerkstatt, Schlauchpflege sowie Umkleiden für rund 100 Einsatzkräfte.

Das neue Feuerwehrhaus soll ein Zentrum für alle Gudensberger Wehren werden. Diese Funktion wurde bei der Bemessung von Schlauchwäsche und Atemschutzwerkstatt berücksichtigt, aber auch bei der Planung von Büros und Schulungsräumen im Obergeschoss. Hier stehen noch einmal rund 600 qm zur Verfügung.

Die Feuerwehren mit ihrem ehrenamtlichen Personalkörper führen in jedem Jahr ein erhebliches Fortbildungsprogramm durch. Schließlich müssen die Einsatzkräfte immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Aber auch die Nachwuchsarbeit soll im neuen Feuerwehrhaus den ihr gebührenden Platz finden: Räume und gute Möglichkeiten werden auch für Kinder- und Jugendfeuerwehr vorgesehen.

Bau verläuft zügig
Der Startschuss zu den Tiefbauarbeiten wurde im Dezember 2016 gegeben. Ab Mai 2017 wuchsen rasch die Außenwände in die Höhe. Bei den Rohbauarbeiten wurden rund 1.800 cbm Beton und 150 to Stahl verbaut, 300 m Grundleitungen verlegt und 1.100 qm Wärmedämmung aufgebracht. Danach mussten 1.500 qm Dachfläche abgedichtet und gedämmt werden.

Nachdem das Dach dicht war, konnte bereits im Januar 2018 der Innenausbau mit den Gewerken Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro beginnen. Weitere Gewerke folgten. Das Team der Bauleitung, das den Ablauf der vielen unterschiedlichen Lose und Gewerke steuert, ist auf der Baustelle präsent, kommt mindestens wöchentlich auf der Baustelle zusammen und klärt anstehende Fragen.

Feuerwehrleute arbeiten ehrenamtlich mit
Mit Recht wird immer wieder auf die hohe Einsatzbereitschaft von Feuerwehrleuten hingewiesen: Im Laufe eines Jahres kommen viele Stunden bei den Einsätzen zusammen, die in Notfällen zu allen Stunden eines Tages abgeleistet werden. Feuerwehrleute qualifizieren sich, wie erwähnt, umfangreich weiter, sie übernehmen Arbeiten bei Wartung und Pflege der Fahrzeuge und des Geräts. Doch nicht nur dass: Eine ganze Reihe von Gudensberger Feuerwehrleuten ist auch auf der Baustelle des Feuerwehrhauses im Einsatz.

Aktive Feuerwehrleute legen beim Bau des neuen Feuerwehrhauses selbst Hand an (v.l.): Stadtbrandinspektor a.D. Verdy Ryffel, Johannes Bley, Peter Dietrich, Egbert Sohl (auf dem Gerüst), Uwe Kallenbach, Rolf Kraus und Mario Dietrich.Viele Feuerwehrmänner sind in Handwerksberufen tätig, verfügen über viel Geschick und noch mehr Erfahrung – das kommt auch dem Gudensberger Neubau zu Gute: Mit viel Engagement haben sie Arbeiten übernommen, dabei Fliesen verlegt, Räume gestrichen, Grundierung aufgebracht oder bei der Einrichtung der Baustellen unterstützt. Allen voran Stadtbrandinspektor Verdy Ryffel, der fast täglich auf der Baustelle zu finden ist und mit seinem Sachverstand beratend zur Seite steht sowie Rolf Kraus, seit Beginn der Arbeiten die „gute Seele“ des Neubaus, der wichtige Hausmeisteraufgaben übernimmt.

All dies zeigt, wie sehr sich die Kameradinnen und Kameraden der Gudensberger Feuerwehr mit dem Neubau ihres Feuerwehrhauses identifizieren. Dies verdient Lob und Anerkennung für diesen großen und engagierten Einsatz.