Rathaus-Erweiterung: Startschuss für Bauarbeiten

Beim Baustellentermin (v.l.): Erol Akyol, Architekturbüro Schwabe, Jürgen Hempeler, Projektleiter Stadtverwaltung Gudensberg, Reinhard Fröde, Bauunternehmen Fröde, Homberg, Jürgen Langhuth, Fa. Langhut-Holzbau Lohfelden, Uwe Wolf, Statikbüro Eisfeld Ingenieure Kassel, und Thorsten Steiner, Architekturbüro Schwabe.Eine wachsende Stadt zieht auch steigenden Bedarf bei der Infrastruktur nach sich: Seit geraumer Zeit besteht im Gudensberger Rathaus Raumnot, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen unter beengten Bedingungen arbeiten. In einigen Monaten wird dieses Problem entschärft sein: Dann können die Büroräume eines Anbaus bezogen werden, der jetzt über dem Bürgerhaus errichtet wird. Innovativ: Der Anbau wird in nachhaltiger Brettstapelbauweise aus Holz errichtet. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen.

Demographischer Wandel einmal anders: Im Unterschied zu den meisten Kommunen des ländlichen Raumes wächst die Einwohnerzahl in Gudensberg langsam, aber kontinuierlich, schnell sind Bauplätze und Gewerbeflächen vergeben, Wohnungen vermietet oder Häuser verkauft. Allen Bürgerinnen und Bürgern steht eine bürgernahe Stadtverwaltung zur Verfügung, die ihre Pflichtaufgaben erfüllt, aber darüber hinaus wichtige soziale und kulturelle Leistungen erbringt. Auch Aufgaben, die durch interkommunale Zusammenarbeit entstehen, werden hier erledigt.

Wegen dieses Aufgabenzuwachses wurde es knapp im Rathaus, Büroräume mussten mit mehreren Mitarbeiter/innen belegt werden. Überlegungen, wie zusätzliche Arbeitsfläche für die Stadtverwaltung geschaffen werden kann, mündeten in Planungen und einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu einem Anbau des Rathauses, der auf zwei Ebenen an das bestehende Gebäude anschließt und über dem Bürgerhaus errichtet wird.

Das Besondere: Der nachwachsende Rohstoff Holz bildet die Grundlage für den Anbau, der in Brettstapelbauweise errichtet wird. Weiterer Vorteil: durch das vergleichsweise geringe Gewicht des Anbaus entstehen keine größeren statischen Probleme. Die Gebäudehülle kann auf dem Bürgerhaus aufsetzen, lediglich im Keller und im Erdgeschoss wird eine statische Verstärkung eingebaut.

Die Grafik zeigt den Erweiterungsbau, der auf dem Bürgerhaus aufsetzt. Ob das Rathaus auch ein 4. Obergeschoss erhält, ist noch nicht entschieden.Die Bauarbeiten, die in diesen Tagen begonnen haben, sind dabei relativ unauffällig. Fassadenverkleidung und Dachabdeckung wurden abgenommen. Das ermöglicht ein exaktes Aufmaß als Voraussetzung für den Holzbau. Der Rohbau wird nämlich nicht vor Ort, sondern in der Werkstatt des Holzbauunternehmens gefertigt und dann auf den Standort gehoben. Es schließen sich die weiteren Arbeiten, wie beispielsweise der Bau einer zusätzlichen Außentreppe für den Brandschutz und der Innenausbau an.

Der gefällige Baustoff Holz verleiht der Fassadenkulisse des erweiterten Baukörpers ein harmonisches Gesamtbild. Die Lärche-Profilhölzer wirken nicht nur ästhetisch, sondern tragen auch zu guten Energieverbrauchswerten bei. Bezugsfertig sollen die 8 neuen Räume im November 2018 sein. Der Anbau wird etwa 220 qm Nutzfläche umfassen. Die Stadt Gudensberg erhält für die Maßnahme Zuschüsse aus dem von Bund und Land Hessen getragenen Kommunalen Investitionsprogramm (KIP).