Riesenschub für die Stadtentwicklung: Gudensberg nimmt an zwei Förderprogrammen des Landes Hessen teil

Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner (l.) erhält die Förderbescheide von Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Foto: Boris BormDie Stadt Gudensberg hat sich erfolgreich um die Teilnahme an zwei Stadtentwicklungsprogrammen des Landes Hessen beworben und wird nun erhebliche Fördermittel erhalten. Bürgermeister Frank Börner nahm dazu in Frankfurt die Bewilligungsbescheide aus den Händen von Staatsministerin Priska Hinz entgegen. Im Programm „Aktive Kernbereiche“ soll der Stadtumbau in Gudensberg intensiviert werden. Durch die Förderung innerhalb des „Investitionspaktes Soziale Integration im Quartier“ kann in Gudensberg ein Begegnungs- und Kommunikationszentrum entstehen, das unterschiedliche Gruppen und Interessen einbindet.

Demographischer Wandel, notwendiger Stadtumbau in den Kernbereichen sowie eine vielfältige Bürgergesellschaft mit unterschiedlichen Hintergründen und Bedürfnissen – das sind die Herausforderungen, vor denen auch die Stadt Gudensberg steht. „Durch die Aufnahme in die beiden Förderprogramme erhält die Stadtentwicklung in Gudensberg einen Riesenschub“, sagte Bürgermeister Frank Börner bei der Übergabe der Förderbescheide. „Um der Veränderungsdynamik in Gudensberg zu begegnen, benötigen wir eine lebendige Innenstadt sowie Orte, in denen ganz verschiedene Gruppen und Interessen ein Zuhause finden, aber auch zusammen kommen und voneinander profitieren können. Diese Ideen können wir nun konkret werden lassen“, beschrieb das Stadtoberhaupt die Gudensberger Pläne.

Vertreter der an den Förderprogrammen zur Stadtentwicklung teilnehmenden Kommunen. Foto: Boris BormProgramm „Aktive Kernbereiche“
Das Programm fördert Städtebauprojekte, die das Wohnen in den zentralen Lagen, die Funktions- und Angebotsvielfalt, die Aufenthaltsqualität, eine stadtverträgliche Mobilität und das Engagement Privater nachhaltig unterstützen und sichern.

In Gudensberg soll die Wohnqualität in den Gebäuden des Kernstadtbereiches verbessert werden. Weitere Maßnahmen sollen die Aufenthaltsqualtität im öffentlichen Bereich steigern und zu einem gesunden Klima beitragen. Die Funktions- und Angebotsvielfalt soll gestärkt werden. Im Fördergebiet sollen für den Alltag wichtige Orte barrierefrei werden und dadurch die Mobilität der Bewohner/innen erhöhen. Unterstützt werden nicht nur öffentliche Vorhaben, sondern auch privates Engagement.

Alle geplante Maßnahmen müssen sich in ein integriertes städtebauliches Konzept einfügen, welches jetzt erarbeitet wird. Daran werden die Bürger beteiligt. Das Fördergebiet umfasst die Gudensberger Altstadt einschließlich Teilbereiche von Kasseler, Fritzlarer und Besser Straße. Der exakte Förderbetrag für dieses Programm, das voraussichtlich über 10 Jahre laufen wird, ergibt sich, wenn das städtebauliche Konzept mit den Projektvorschlägen vorliegt.

Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“
In diesem Programm werden Bauprojekte gefördert, die den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft quer durch alle Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und Nationalitäten unterstützen und nachhaltig stärken. „Quartiere und Nachbarschaften sind die zentralen Orte des Zusammenlebens in unseren Städten und Gemeinden. Und Integration kann nur dort entstehen, wo Menschen aufeinandertreffen“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Mit Unterstützung des Programms kann in Gudensberg als Erweiterung des Gebäudekomplexes Rathaus/Bürgerhaus ein Gemeinschaftszentrum entstehen, in dem Räume und Angebote für die Vereins-, Jugend-, Generationen-, Kultur- und Integrationsarbeit ortsnah, ressourcensparend und multifunktional zusammengefasst werden sollen. Die Stadt Gudensberg erhält somit ein Zentrum für das soziale Leben im gesamten Stadtgebiet und ermöglicht vielfältige Synergien zwischen den verschiedenen Gruppen und Vereinen der Stadt. Für die veranschlagten Investitionskosten von 2,2 Mio. € erhält die Stadt Gudensberg eine Förderung von rund 2 Mio €.

Alle Programme zur Städtebauförderung zusammengenommen, stehen für das Land Hessen rund 102 Millionen € zur Verfügung. Das Geld stammt sowohl vom Land als auch vom Bund. 29 Städte und Gemeinden erhielten einen Förderbescheid. Gudensberg, Bad Orb und Hanau sind die einzigen Kommunen, die an zwei Förderprogrammen teilnehmen.