„Wir können mitreden“ – EU2-Bürger im Deutschunterricht

In der kleinen Gruppe wird intensiv an den Deutsch-Sprachkenntnissen gearbeitet. Abeer Mohammad Alhussein (2.v.r.) ist die Lehrerin, Integrationsberater Biser Ivanov (3.v.l.) sorgt für die guten Rahmenbedingungen im F26. Sofyen Gharbi und Biser Ivanov arbeiten in Gudensberg als Integrationsberater. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit sog. EU2-Bürger/innen. Als EU2-Bürger gelten Menschen, die eine Staatsbürgerschaft der 2007 der Europäischen Union beigetretenen Staaten besitzen. Zu diesen Ländern gehören Bulgarien und Rumänien. Über ihre Beratungsarbeit im „F26“ und im täglichen Kontakt haben sie die Erfahrung gemacht, dass viele der EU2 Bürger ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. Grund genug, ein entsprechendes Unterrichtsangebot zu organisieren.

Da die meisten der hier lebenden EU2-Bürger aus beruflichen Gründen hier sind, besteht großes Interesse an einem niederschwelligen Deutschkurs, der sich mit den werktäglichen Arbeitszeiten vereinbaren lässt. Seit Ende Mai 2018 findet zweimal wöchentlich abends ein spezieller Deutschkurs im F26 statt, der genau diesen Bedarf deckt. Durch das Zusammenwirken der Ehrenamtsbörse Mach-Mit, der Stadt Gudensberg und der Gudensberger Gemeinwesenarbeit des AKGG (Arbeitskreis für Gemeindenahe Gesundheitsversorgung gGmbH) konnte dieses wichtige Angebot umgesetzt werden.

Integrationsberater Biser Ivanov steht in engem Kontakt mit den EU2-Bürgern, konnte den Bedarf erfassen und begleitet den Kurs. „Besonders erfreulich an diesem Angebot ist“, sagt sein Kollege Sofyen Gharbi, „dass der Kurs mit Abeer Mohammad Alhussein von einer in Gudensberg lebenden Geflüchteten durchgeführt wird, die in ihrem Heimatland Lehramt studierte und mittlerweile über die dafür notwendigen deutschen Sprachkompetenzen verfügt.“ Das Angebot ist ein schönes Beispiel für erzielte Fortschritte im Spracherwerb und das Interesse am Erwerb der deutschen Sprache der Neubürger/innen in Gudensberg.