„Zukunft selbst gestalten“ – Stadtentwicklung wird Schwerpunktthema

Ein kulinarisches Dankeschön für seinen Vortrag erhielt Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, ehemaliger Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, (M.), von Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert (l.) und Bürgermeister Frank Börner. Foto: Rainer Sander Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Gudensberg richtete Bürgermeister Frank Börner die folgenden Worte an die im Bürgerhaus versammelten Gäste. Es gilt das gesprochene Wort.

„Der amerikanische Informatiker Alan Kay sagte einmal: „Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ Nun, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste, genau das haben wir hier in Gudensberg vor. Unter dem Titel „Gudensberg 2030“ wird die Stadtentwicklung in diesem Jahr das Schwerpunktthema der politischen Diskussion sein.

Gudensberg 2030 – Weichen für die Zukunft stellen

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürgern möchten wir einbeziehen, Diskussionsforen einrichten und auf dieser Grundlage die Weichen für die nächsten Jahrzehnte, für unsere Zukunft, für Gudensberg 2030, stellen. Dabei können wir auf viele erfolgreiche Projekte aus der Vergangenheit und der Gegenwart aufbauen. Der Neujahrsempfang, zu dem ich Sie heute ganz herzlich begrüßen darf, zählt auch zu diesen erfolgreichen Formaten.
Es freut mich ganz besonders, dass so viele Freunde der Stadt Gudensberg unserer Einladung gefolgt sind. Sie alle haben genauso wie unsere städtischen Gremien und unsere inzwischen rd. 160 Mitarbeiter großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung unserer Stadt.

Ganz besonders bedanke ich mich bei unserem Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert,
unserem Ersten Stadtrat Walter Berle sowie allen Stadträten und Stadtverordneten, Ortsvorstehern und Ortsbeiratsmitgliedern für Ihre Unterstützung.

Seien Sie alle herzlich willkommen!

Die Stadt ist bestens gerüstet für die Zukunft, wir leben gut und günstig, sozusagen. Es gibt keinen Investitionsstau und einen gut gefüllten Sparstrumpf. Für die politisch Verantwortlichen ist dies kein Grund sich bequem zurück zu lehnen. Nein, ganz im Gegenteil.

Wir haben viel bewegt im vergangenen Jahr. Neue Bau- und Gewerbegebiete sind entstanden, die mit 5,5 Mio. € größte Gudensberger Investition seit langem – der Bau des neuen Feuerwehrhauses in der Kernstadt – wurde abgeschlossen und zahlreiche neue Projekte wurden angestoßen.

Beim Neujahrsempfang war das Gudensberger Bürgerhaus gefüllt. Foto: Rainer SanderBei vielen dieser Projekte konnten wir auf die Unterstützung der Akteure vor Ort zählen. Bestes Beispiel ist der große ehrenamtliche Einsatz unserer Freiwilligen Feuerwehr beim Bau des neuen Feuerwehrhauses. Liebe stellvertretende Stadtbrandinspektorin Katrin Möbus, lieber Stadtbrandinspektor Markus Iffert, allen Feuerwehrkameradinnen und –kameraden noch einmal herzlichen Dank für diesen vorbildlichen Einsatz und herzlich willkommen auf unserem Neujahrsempfang.

Gewerbegebiet bringt Arbeitsplätze

Unser neues Gewerbegebiet Gudensberg West bringt viele neue Arbeitsplätze nach Gudensberg. Wer einmal tägliche Anfahrtszeiten zur Arbeit von einer Stunde und länger erlebt hat, der weiß, was ein Arbeitsplatz vor Ort wert ist. Hinzu kommt die Wertschöpfungskette vor Ort. Davon profitieren unsere Stadt, ihre Bürger und viele andere Betriebe in Gudensberg.

Mit der Verlagerung der Zentrale der Fa. Rudolph-Logistik hat hier ein Unternehmen seinen Sitz gefunden, das weltweit 4.500 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist ein ganz besonderer Vertrauensbeweis für den Standort Gudensberg. Die Fa. Rudolph ist heute durch Herrn Reinhard Braun vertreten. Schön, dass Sie hier sind.

Bei der parlamentarischen Arbeit hat sich das sogenannte „Gudensberger Modell“ bewährt, auch und gerade in schwierigen Zeiten. Nicht übereinander reden, sondern miteinander reden! Das ist das einfache Rezept. Diesen Dialog führen wir auch mit unseren Bürgern. Gemeinsam versuchen wir, den besten Weg für eine gute Zukunft unserer Stadt zu finden.
Besonders freut es mich, dass wir gleich in zwei Städtebauförderprogramme des Landes Hessen aufgenommen wurden: Sie tragen den Namen Aktive Kernbereiche und Investitionspakt. Beide Programme sehen eine breite Bürgerbeteiligung vor. Genau das ist es, meine Damen und Herren, was wir mit „Gudensberg 2030“ erreichen möchten.

Die Altstadt ist unser historisches Erbe. Mit Unterstützung des Landes Hessen werden wir viel Geld in die weitere Entwicklung und Belebung unserer Innenstadt und auch der Altstadt investieren.

An dieser Stelle spreche ich den Obernburgfreunden ein herzliches Dankeschön aus, die sich sehr dafür einsetzen, die Obernburg, das Wahrzeichen unserer Stadt und zugleich ein wertvoller Schatz, zu bewahren. Zug um Zug möchten wir die Attraktivität steigern, durch Sicherung der freigelegten Mauern, Ausbau der Wege, sanitäre Anlagen und einen kleinen Info Pavillon mit der Möglichkeit zur Bewirtung.

Wir sind froh, dass wir uns mit diesem Projekt erfolgreich um eine Förderung aus dem europäischen Fond für Regionalentwicklung bewerben konnten und ich freue mich,
den Staatssekretär für Europaangelegenheiten Mark Weinmeister sowie den ehemaligen Gudensberger Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert auf unserem Neujahrsempfang willkommen zu heißen. Großen Zuspruch erhalten wir auch seitens der GrimmHeimat Nordhessen, von der ich den Projektleiter Markus Exner begrüßen darf.

Herausforderung Kinderbetreuung

Der in 2013 eingeführte Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr beschäftigt uns sehr. Aktuell fehlen in Gudensberg rd. 20 Betreuungsplätze, der Bedarf wird in den nächsten Jahren stark ansteigen, so die Prognosen. Für uns Kommunen ist hier eine Herkulesaufgabe zu lösen, denn mit den zusätzlichen Räumlichkeiten, die ja erst geschaffen werden müssen, steigt auch das Defizit für die Kinderbetreuung in Gudensberg auf über 2 Mio. € jährlich in den Folgejahren. Allein die Zwischenlösung bis zur Inbetriebnahme des neuen Kindergartens in Maden wird uns rund 200.000 € kosten.

Das ist ohne Gebühren- und Steuererhöhungen nicht zu stemmen und stößt bei allen kommunalen Vertretern auf entsprechenden Unmut und Verärgerung. Zeitgleich liest man, dass in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die Kindergartengebühren ganz abgeschafft werden. Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland vor allem der Wohnort darüber entscheidet, wie viel ein Kindergartenplatz kostet!

Für die musikalische Begleitung sorgte das "Duo Blue". Foto: Rainer SanderDeshalb habe ich bei der Einbringung des städtischen Haushaltes eindringlich an die politisch Verantwortlichen appelliert, uns mehr Geld für die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Wir Städte und Gemeinden sind darauf dringend angewiesen.

Eine umfassende Betreuung unserer Kinder – das schließt auch den Übergang in die Grund-und weiterführenden Schulen vor Ort ein. Ich bin stolz darauf, dass es in Gudensberg vier Schulen gibt, in denen unsere Kinder gut ausgebildet werden.

Den Grundstock dazu legen die Lehrerinnen und Lehrer, von denen ich
Peter Häßel, den Schulleiter der Dr. Georg-August-Zinn Schule
sowie die stellvertretende Schulleiterin Monika Maiwald von der Grundschule Gudensberg besonders begrüßen darf. Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle unserem Schwalm-Eder-Kreis, der viel Geld in die Gudensberger Schulen investiert hat und dafür sorgt, dass sie zukunftsfähig bleiben. Die Weichen dafür hat der Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises gestellt. Unseren Kreistagsvorsitzenden Michael Kreutzmann heiße ich an dieser Stelle willkommen.

Einwohner- und Aufgabenzuwachs bedeuten auch mehr städtisches Personal. Unser Rathaus platzt aus allen Nähten. Deshalb freuen wir uns auf die 8 neuen Büros, die im Frühjahr fertig sein sollen.

Neuland haben wir mit unserer kommunalen Tagespflege betreten. Hier betreuen wir an fünf Tagen in der Woche jeweils bis zu 15 Gäste. So entlasten wir die Angehörigen. Deren Eltern sind in der Tagespflege sicher aufgehoben und umsorgt und das alles in der gewohnten Umgebung, nämlich mitten im Stadtkern. Mittlerweile wird dieses Angebot von unserer Bevölkerung sehr gut angenommen.

Bei der Realisierung unserer Projektideen suchen wir stets die Unterstützung anderer Partner. Egal ob interkommunale Zusammenarbeit oder öffentlich-private Partnerschaften – gemeinsam geht es oftmals besser als alleine. Die Touristische Arbeitsgemeinschaft Naturpark Habichtswald oder den Ordnungsbehördenbezirk Habichtswald kann ich hier als Paradebeispiele für eine gut funktionierende interkommunale Zusammenarbeit nennen.

An dem Modelprojekt „Freiwilliger Polizeidienst“ des Hessischen Ministeriums des Inneren und für Sport beteiligen wir uns gemeinsam mit Bad Wildungen und Fritzlar. Hier hilft uns die gute Zusammenarbeit mit der Polizei, die wir seit vielen Jahren pflegen und aus deren Reihen ich den Kriminaldirektor der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Hubertus Hannappel, herzlich willkommen heiße.

Ich begrüße an dieser Stelle die Bürgermeister Thomas Petrich aus Edermünde, Frank Grunewald aus Niedenstein, Hartmut Spogat aus Fritzlar, Stefan Frankfurth aus Bad Emstal, Edgar Slawik aus Guxhagen, Klaus Gier aus Edertal und Dr. Philipp Rottwilm aus Neuental sowie die Stadtverordnetenvorsteher Erich Sommer aus Niedenstein,
Eberhard Dippolter aus Fritzlar und den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Edermünde, Armin Wicke. Ebenfalls herzlich willkommen heiße ich die Ersten Stadträte Volker Nitzbon aus Niedenstein, Joachim Pauli aus Homberg und Peter Kraushaar aus Wolfhagen.

Sehr vertrauensvoll und fruchtbar ist auch unsere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Gewerbebetrieben. Besonders freut es mich, dass unsere regionalen Banken kräftig in Gudensberg investieren. Die Kreissparkasse Schwalm-Eder ist aktuell am Bau von neun Wohnungen beteiligt. Von der Kreissparkasse Schwalm-Eder begrüße ich Vorstandsmitglied Michael von Bredow, Jürgen Bubenhagen, Direktor der Geschäftsstelle Fritzlar, Stefan Reith, Filialleiter der Geschäftsstelle Gudensberg und Michael Schäfer von der Geschäftsstelle Fritzlar. Die VR-PartnerBank Chattengau Schwalm-Eder, von der ich Vorstandsmitglied Thomas Völker begrüße, realisiert preisgünstigen Wohnungsbau mit 48 Wohneinheiten in der Steinzeitsiedlung. Und auch die VR Bank Hessenland hat im vergangenen Jahr stark in unsere heimische Wirtschaft investiert.

Jüngst ist als Investor noch die Moses Mendelssohn Stiftung hinzugekommen, deren Tochterunternehmen, die GBI, 40 Wohneinheiten für sozialen Wohnungsbau in Gudensberg realisieren möchte.

Als ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Unternehmen möchte ich die Fa. Dupon, das Nachfolgeunternehmen des früheren Eiswaffelfabrikanten „Big Drum“, nennen. Über einen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und unseren Integrationsbeauftragten organisierten Bewerbertag ist es dem Betrieb gelungen, neue Mitarbeiter zu finden. Dort arbeiten jetzt 5 Geflüchtete und zwar sehr zur gegenseitigen Zufriedenheit.

Sie sehen also, Gudensberg ist auf einem guten Weg. Die zu treffenden Entscheidungen werden aber immer komplexer, die bürokratischen Hürden immer höher, obwohl uns jede Regierung genau das Gegenteil verspricht. Das bindet wertvolle Personalressourcen.
Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen. Ich denke, wir werden auch in Zukunft immer wieder neue Wege gehen. Gerade sind wir dabei, die gesamte EDV im Rathaus zu modernisieren und immer mehr Online-Dienste anzubieten. Die Digitalisierung wird alle Aufgabenbereiche unserer Kommune erfassen.

Bürger sind zur Beteiligung eingeladen

„Gudensberg 2030“ ist ebenfalls so ein neuer Schritt. Eingangs sagte ich es bereits. Mit unseren Bürgern möchten wir darüber diskutieren, in welche Richtung sich unsere Stadt entwickeln soll, welche Projekte als wichtig angesehen werden. Ich verspreche mir sehr viel von diesem Prozess und lade Sie daher schon jetzt ausdrücklich zur Auftaktveranstaltung am 14. Februar 2019 um 19 Uhr in das Bürgerhaus Gudensberg ein.
Moderiert wird der Bürgerbeteiligungsprozess „Gudensberg 2030“ von dem Büro akp aus Kassel. Die Inhaber Heike Brand und Uwe Höger sind heute Abend ebenfalls hier zu Gast. Herzlich willkommen.

Unsere ukrainische Partnerstadt Schtschyrez arbeitet als Folge einer Dezentralisierungsreform auch an einem Stadtentwicklungskonzept. Dort geht es aber um Dinge, die für uns ganz selbstverständlich sind, die zur Grundversorgung gehören. Abwasserbeseitigung ist dort das zentrale Projekt, das die Bundesrepublik Deutschland mit 274.000 Euro fördert. Wir unterstützen unsere Partner dabei mit Rat und Tat. Dabei lernt nicht nur Schtschyrez von uns, nein, wir lernen auch von unseren Freunden. Ich begrüße ganz herzlich Bürgermeister Oleh Vasylyshyn mit seiner Delegation.

Die Partnerschaft mit Schtschyrez haben wir unserer polnischen Partnerstadt Jelcz-Laskowice zu verdanken, einer Stadt die mehr als doppelt so groß ist wie Gudensberg, die Tausende Industriearbeitsplätze bietet und die sich, dank weitsichtiger Führung, prächtig entwickelt. Unsere 3 Städte arbeiten vorbildlich zusammen, dafür wurde Gudensberg mehrfach ausgezeichnet. Ich freue mich sehr über die Anwesenheit von Bürgermeister Bogdan Sczesniak mit seiner Delegation, allen voran die Vorsitzende des Stadtrats Beata Bejda.

Beide Partnerstädte sind erstmals mit einer Wirtschaftsdelegation angereist. Wir sind gespannt, welche neuen Kontakte daraus entstehen. Auch die Wirtschaftsvertreter heiße ich willkommen. Sie werden hier im Saal vielen Vertreter der regionalen Wirtschaft begegnen, die ich natürlich genauso herzlich begrüße.

Knapp 100 Vereine gibt es in Gudensberg. Sie sind das Fundament für ein funktionierendes Gemeinwesen. Von der Feuerwehr angefangen, über die musischen, sozialen, kulturellen, bis hin zu den Sportvereinen. Deshalb freue ich mich sehr, dass so viele Vertreter von ihnen hier sind. Seien Sie versichert, sie sind uns wichtig. Unsere Stadt wird Sie auch in Zukunft unterstützen.

Zum einem festen Standortfaktor in Gudensberg ist inzwischen die Kultur geworden. Klasse statt Masse ist unser Motto, das wissen Sie. Allein die städtischen Veranstaltungen ziehen fast 20.000 Besucher im Jahr nach Gudensberg. Eine Veranstaltung kommt jetzt noch hinzu: Die Deutsche Schneepflugmeisterschaft und das mitten im September. Das glauben Sie nicht? Dann überzeugen Sie sich persönlich. Kommen Sie am 7. September nach Gudensberg.

Ganz sicher dort vertreten wird die Presse sein, von denen ich heute auch Ulrike Lange-Michael von der HNA, Chefredakteur Rainer Hahne und Karsten Knödel von der Extratip Mediengruppe sowie Rainer Sander vom Linus Wittich Verlag willkommen heiße.

Das Duo Blue spielt jetzt noch 1 Stück. Dann freuen Sie sich mit mir auf unseren heutigen Gastredner Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, den ehemaligen Präsidenten des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“