Besuch erwünscht! Minister Tarek Al-Wazir bringt 243.000 Euro auf die Obernburg

Termin auf der Obernburg (v.l.): Stadtrat Werner Pilgram, Wolfgang Döring (Obernburgfreunde), Markus Exner (GrimmHeimat), Edmund Daher (Obernburgfreunde), Bürgermeister Frank Börne, Kurt Scherp (Obernburgfreunde), Minister Tarek Al-Wazir, Landrat Winfried Becker und MdB Dr. Edgar Franke am Standort des zukünftigen Gebäudes. (Foto: Rainer Sander)Die Stadt Gudensberg hat Bedeutsames vor. Seit die Obernburgfreunde über viele Jahre und in unzählbaren, unbezahlten Stunden die verfallene und zugewachsene Ruine überhaupt wieder begehbar gemacht haben, gehen den Gudensbergern die Ideen nicht aus, wie das Plateau genutzt und erschlossen werden kann. Nach vielen Diskussionen und zwei Bürgerforen ist ein Konzept gereift, das nun verwirklicht wird. Und sogar manches, was zunächst unrealisierbar erschien, wird jetzt greifbar.

Bürgermeister Frank Börner betonte das riesige ehrenamtliche Engagement, ohne dass die Stadt jetzt kein Erlebniszentrum verwirklichen könnte. Das entsteht in und um die Obernburg. Geplant ist ein innovatives, qualitatives hochwertiges Tourismus- und Freizeitangebot von besonderer regionaler Wirksamkeit und einem harmonischen Zusammenspiel von Natur und Kultur.

Ein zweistöckiges Gebäude mit Aussichtsplattform soll sich schon 2019 – trotz moderner Bauweise – stilvoll in den Charakter des Bergplateaus einfügen. Große Fensterfronten sowie freier Zugang zum Außenbereich laden die zahlreich erwarteten Touristen und Gudensberger bald ein, den herrlichen Ausblick in die Region und ihre typische Basaltkuppenlandschaft zu genießen.

Minister Tarek Al Wazir beim Verlesen des Bescheides, links Bürgermeister Frank Börner. Foto: Rainer SanderBewirtung, Erlebnis und Information
Das Gebäude soll gastronomisch genutzt werden und zugleich Informationszentrum sein. In einem zweiten Schritt soll der jüngst von Dr. Eberhardt Kettlitz archäologisch freigelegte alte Gewölbekeller rekonstruiert werden. Hier könnte der Verein der Obernburgfreunde Vereinsräume bekommen, erklärte der Bürgermeister. 620.000 Euro sind dafür zunächst kalkuliert.

Mit einem Bescheid über 243.000 Euro für das neue Gebäude (noch ohne den Gewölbekeller) war Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am 10. Juli angereist. Mit dem neuen Allradfahrzeug der Stadt, auf dessen Tür ein Foto vom Obernburg-Tor prangt, wurde der hohe Besuch auf den hohen Berg gefahren.

Schrägaufzug soll Aufstieg erleichtern
Den steilen, holprigen, engen und rutschigen Weg, auf dem alte und behinderte Menschen keine Chance haben, wird der Minister so schnell nicht vergessen. So äußerte Al-Wazir auch Verständnis für die Idee, zusätzlich einen sogenannten Schrägaufzug, eine Kabinenbahn auf Schienen, zur Erschließung zu installieren. Diese soll jeder Besucher per Knopfdruck selbst bedienen können. Dazu hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Archäologe Dr. Eberhardt Kettlitz (2.v.l.) erläutert die Geschichte der Obernburg.Einen „besonderen Ort“, nannte Tarek Al-Wazir die Burganlage. Trotz Dauerregen während des Besuchs könne er sich vorstellen, wie es dort bei Sonne und klarer Luft ist. Gudensberg habe sich ein Tourismuskonzept mit verschiedenen Bausteinen vorgenommen. Doppelsinnig stellte er fest: „das hat Weitblick!“ Die Bedeutung des Tourismus für Hessen würden viele Menschen unterschätzen. Allein 230.000 Arbeitsplätze sind im Bundesland durch den Tourismus entstanden. Die Branche wächst und sie ist nicht exportierbar.

Tarek Al-Wazir: EU-Geld für einen sicheren Wachstumsmarkt
Nordhessen sei touristisch am Besten aufgestellt. Man hat es geschafft in der GrimmHeimat zusammenzuarbeiten und die Region insgesamt zu vermarkten. Das habe das Land an den richtigen Stellen auch gefördert. Al Wazir betonte: „Wir geben hier europäisches Geld aus dem Fond für Regionalentwicklung aus.“ Man solle das angesichts so viel EU-Kritik erwähnen! Jetzt wartet die Stadt Gudensberg noch auf den Förderbescheid für den Gewölbekeller. Ohne Gastgeschenk wurde der Minister natürlich nicht auf den Heimweg geschickt. Ahle Wurscht und Apfelschaumwein aus Gudensberg waren die passende Wegzehrung.

Mit in der Runde waren Landrat Winfried Becker, der Gudensberger Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke, die Obernburgfreunde, Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert und Markus Exner vom Regionalmanagement Nordhessen. Außerdem Mitarbeiter der Stadt und Stadtverordnete sowie Magistratsmitglieder. (rs)