Bürgermeister vor Ort: George Pitlak – Künstler und Tätowierer in Maden

George Pitlak (l.) zeigt Bürgermeister Frank Börner bei seinem Besuch ein Tattoo-Musterbuch. Heute suchen die Kunden ihre Motive meist im Internet. „Warum lassen sich so viele Menschen tätowieren?“ Diese Frage brachte Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner mit zum Besuch im Tätowierstudio „Black Star“, das vor einigen Monaten im Stadtteil Maden seine Pforten öffnete. „Sie wollen zum Club gehören“ erklärt Inhaber George Pitlak mit einem Lächeln. Früher sei ein Tattoo eher Zeichen der Abgrenzung gewesen, heute schaffe es Verbindungen.

Der aus Florida stammende und lange Zeit in San Francisco tätige George Pitlak ist ein Tätowierer mit künstlerischer Ausbildung – das ist im kleinen Studio im Wohnhaus Am Maderstein schnell zu erkennen: Von ihm geschaffene Grafiken und künstlerische Fotografien zieren die Wände. Nach dem Kunststudium hatte er sich ziemlich schnell dem Tätowieren zugewandt und verfügt inzwischen über rund 30 Jahre Erfahrung mit der Körperkunst.

In Deutschland war Hamburg seine erste Station, dort arbeitete er in einem Studio als Gasttätowierer. Durch familiäre Bande verschlug es ihn und seine Angehörigen vor gut 2 Jahren nach Maden. Dort fühlt er sich gut aufgenommen und berichtet über Straßenfeste, bei denen man mit seinen Nachbarn in gemütlicher Runde zusammensitze.

Neugierig war Bürgermeister Börner noch darauf, zu erfahren, welche Motive aktuell nachgefragt würden. „Im Moment sind es viele Cover Ups“, erklärt Pitlak, also der Wunsch eines Kunden, aus einem alten Tattoo ein neues, schöneres zu machen. Viele Vorlagen brächten die Kunden mit, früher wurden häufiger Musterbücher benutzt, aber das lasse nach.

Das Studio im eigenen Wohnhaus erlaube ihm, seine Tätigkeit als Teilzeitjob auszuüben, da er die Betreuung der beiden kleinen Kinder übernommen habe, sagt der Tätowierer, doch demnächst möchte er eines der grünen Hinweisschilder für Gewerbebetriebe aufstellen lassen. Das solle helfen, leichter gefunden zu werden, denn etwas mehr Kundschaft könne er noch gebrauchen. Weitere Infos über „Black Star Tattoo“ gibt es unter www.blackstar-tattoo.com.