Das Scenic-Autokino steht

Frank Börner, Carsten Waldeck, Sabine Iffert und Patrick Letmade auf der Autokino-Baustelle vor der Holzkonstruktionen für die Projektionswand. Kultur-Arena am alten Sportplatz in Gudensberg startet morgen

Am Samstag, den 16. Mai 2020 baute das Team von Shift Events auf dem Alten Sportplatz, dem Festplatz in Gudensberg das Scenic-Autokino auf. Carsten Waldeck, Chef der Shift-Unternehmensgruppe und Projektleiter Patrick Letmade aus Gudensberg-Maden, erklärten ihr Projekt bei einem Besuch von Bürgermeister Frank Börner und Sabine Iffert.

„Wir sind keine Kino-Betreiber und können deshalb auch keine Blockbuster anbieten“, erklärte Patrick Letmade. Gezeigt werden daher erfolgreiche Filme mit Charakter, die für etwas stehen. Geplant sind aber nicht nur Filme. Im Grunde ist alles möglich. Also beispielsweise auch Konzerte und andere Veranstaltungen. Aus diesem Grund wird es auch eine Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadtverwaltung geben. Was alles realisiert werden kann, muss sich noch zeigen und im Zweifel auch bewähren. Den Machern von Shift-Events ist es wichtig, dass Nordhessen wieder Kultur erleben kann und ein nachhaltiges, soziales Projekt entsteht.

„Social Business“ ist das Prinzip

Carsten Waldeck erklärte, dass Shift Events die Region wichtig ist. Dabei es geht nicht um Gewinne, sondern um die Kultur und darum, dass auch Jugendliche angesprochen werden. Außerdem sollen möglichst alle verwendeten Materialien nach der Open-Air-Saison, die bis zum 30. September geplant ist, wiederverwertet werden kann. Die Holzkonstruktionen für den Projektionston und die Leinwand sollen beispielsweise am Singliser See, den die Firma Shift vergangenes Jahr gekauft hat, weitere Verwendung finden.

Eine LED-Wand, wie in den Autokino von Baunatal oder Homberg/Efze im Einsatz, muss gewartet werden und verursacht Personalkosten. Deshalb hat sich Shift Events für die Projektionstechnik entschieden. Sie ist in diesem Falle die wirtschaftlichere Variante. Auf einer Fläche von 8 mal 4,5 Metern, also 36 Quadratmetern, sind die Filme gut zu sehen. Leinwand und Projektor sind so hoch angebracht, so dass es keine Höhenbeschränkung für Fahrzeuge gibt. Es soll ein Wohlfühl-Kino entstehen, mit nur vier Fahrzeugreihen. Eine Getränke- und Snack-Versorgung ist sichergestellt. Ausgeleuchtet mit rund 500 Leuchtmitteln wird der von Bäumen umgebene Platz zu einem romantischen Ort.

Frank Börner: Autokino schließt kulturelle Lücke

Bürgermeister Frank Börner verwies auf das sonst umfangreiche Kulturprogramm von Gudensberg mit der Märchenbühne und anderen Veranstaltungen, die zur Zeit nicht stattfinden können. „Das Autokino bietet die Möglichkeit, dass die Menschen nach 8 Wochen sozialer Isolierung wieder am kulturellen Leben teilhaben können“, so der Bürgermeister.

Jeden Abend ist eine Veranstaltung geplant, am Wochenende gelegentlich auch zwei.

Online Tickets und Catering bestellen

Bestellt werden können Karten, Snacks und Getränke nur online auf der Seite https://www.scenic-autokino.de/. Alle Abläufe sollen so kontaktfrei wie möglich passieren. Die Vorgaben der aktuellen Hygiene-Verordnungen werden strikt eingehalten und sind auf der Internetseite nachzulesen. Autos dürfen nur für den Toilettengang verlassen werden. Genutzt werden können die WCs auf dem Festplatz. Eine Karte kostet pro Fahrzeug 19,50 €, unabhängig davon, wie viele Besucher im Auto sitzen. Die Kontaktbeschränkungen sind dabei strikt einzuhalten. Die Regel, dass sich immer nur jeweils zwei Erwachsenen aus maximal zwei Familien gemeinsam treffen dürfen, gilt auch hier.

Vorschriften muss auch die Stadtverwaltung einhalten. Deshalb wurde ein Bauantrag gestellt und die Baugenehmigung konnte Bürgermeister Frank Börner noch persönlich zu Hause zugestellt werden. In Zeiten von Corona, Home Office und Kontaktbeschränkungen ist vieles anders, geht manches schneller und vieles funktioniert auf anderen Wegen.

Hintergrund: „Shift“

Am Anfang stand bei alledem das zurzeit einzige in Deutschland produzierte Smartphone. Das Shift-Phone kommt aus Falkenberg, ist nachhaltig und kann – im Gegensatz zu vielen anderen Geräten – jederzeit auch repariert werden. Die Region rund um Borken und Homberg liegt den Machern von Shift besonders am Herzen. Grundsätzlich gilt für alles, was Shift macht: möglichst viel Gutes erreichen und dabei möglichst wenig Schaden anrichten. Das können nicht alle Unternehmen für sich in Anspruch nehmen. Mit diesem Anspruch hat das Unternehmen auch federführend den Singliser See in Borken übernommen. (rs)