Freiwillige Feuerwehren stellen Ausbildungs- und Übungsdienst vorübergehend ein

Trotz Lockdown des Ausbildungs- und Übungsbetriebs bleiben die Gudensberger Feuerwehren voll einsatzfähig.Mit sofortiger Wirkung haben alle Einsatzabteilungen der Feuerwehren der Stadt Gudensberg ihren Ausbildungs- und Übungsdienst eingestellt. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren schließen sich nach einem letzten Übungsdienst in dieser bzw. in der kommenden Woche an, die Seniorenabteilungen unterbrechen ebenfalls ihre Zusammenkünfte. Stadtbrandinspektor Markus Iffert und seine Stellvertreterin Katrin Möbus geben dazu folgende Erläuterungen:

Warum hat man sich zu dieser drastischen Maßnahme entschieden?
Wir haben die Entwicklung der letzten 14 Tage bereits kritisch beäugt. Nachdem der Wert der 7-Tage-Inzidenz im Schwalm-Eder-Kreis die nächste Stufe im Eskalationskonzeptes des Landes Hessens (35) überschritten hat, traten weitere Maßnahmen zum Schutz vor SARS-COVID-19 (Corona) in Kraft. Die FFW der Stadt Gudensberg sind dabei den Empfehlungen des Landes Hessen und unserer Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar gefolgt. Bereits am Montag hat die Hessische Landesfeuerwehrschule (HLFS) den Schulbetrieb heruntergefahren und die Kreisausbildungslehrgänge im Schwalm-Eder-Kreis wurden bis Ende des Jahres abgesagt.

Was bewirkt die Aussetzung des Ausbildungs- und Übungsdienstes?
Durch diese Maßnahmen soll die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren aufrechterhalten werden. Das Risiko einer Quarantäne oder gar einer Infektion mehrerer Feuerwehrkameradinnen und -kameraden soll durch die Einstellung der Übungs- und Ausbildungsdienste und der damit verbundenen Kontakte minimiert werden.

Warum werden auch die Veranstaltungen der Kinder- und Jugendfeuerwehr eingestellt?
Da auch die Betreuer/innen der Kinder- und Jugendfeuerwehren zum großen Teil aktiven Feuerwehrdienst leisten, sind sie in diese Maßnahme eingeschlossen. Wir haben uns dazu entschlossen, noch einen letzten Übungsdurchlauf durchzuführen, um unseren Kindern und Jugendlichen diese Entscheidung durch die Betreuer persönlich mitteilen zu können. Da wir ja bereits im März vor der gleichen Situation standen, ist uns der „Lockdown“ in der Feuerwehr schwer gefallen, aber wir möchten nochmal wiederholen: Der Lockdown hat einzig das Ziel, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren aufrechtzuerhalten.

Hat der Lockdown Auswirkungen auf die Sicherheit von Hilfeersuchenden im Gudensberger Stadtgebiet?
Hier ein ganz klares NEIN! Es wird zu jedem Einsatz ausreichendes und qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen. Natürlich haben wir unsere internen Abläufe auf die jetzige Situation angepasst. Der Schutz unserer Einsatzkräfte ist uns enorm wichtig, so tragen z.B. alle Einsatzkräfte neben ihrer Schutzkleidung zusätzlich mindestens den Mund-Nasen-Schutz. Auch haben wir die Besatzungsstärken von unseren Fahrzeugen reduziert.

Wann geht es mit der Ausbildung weiter?
Sobald die Fallzahlen wieder sinken und die 7-Tages-Inzidenz 14 Tage lang unter einem Wert von 35 bleibt, werden wir die Lage neu beurteilen und reagieren; abgestimmt auf die Empfehlungen und Verordnungen des Schwalm-Eder-Kreises.
Technischer Dienst an Fahrzeug, Gerät und im Feuerwehrhaus kann in Kleinstgruppen mit maximal 3 Personen unter Beachtung der Hygieneregeln erfolgen.

Die getroffene Entscheidung dient entsprechend dem Wohle und der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gudensberg, für die wir jederzeit einsatzbereit bleiben! Wir hoffen auf das Verständnis bei unseren hochmotivierten Einsatzkräften, dem Nachwuchs in den Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie natürlich auch deren Eltern.

In diesem Sinne, bleibt alle gesund.
Eure Stadtbrandinspektoren
Markus Iffert und Katrin Möbus