Früheres Stallgebäude in Dissen saniert: Fachwerkkleinod mit viel Lebensqualität

Die sanierte Fachwerkfassade des Gebäudes Dorftsr. 7a in Dissen.In Dissen hat Ulrike Minkel mit ihrer Familie denkmalgerecht ein ehemaliges Scheunen- und Stallgebäude in ein Wohnhaus umgebaut. Ein Teil der Fläche wird beruflich genutzt. Zwei Abschnitte der Sanierung wurden mit Mitteln aus dem städtischen Förderprogramm „Leben im Stadt- und Ortskern“ gefördert.

Mit viel Liebe zum Detail hat die Familie Minkel über mehrere Jahre hinweg ein Stall- und Scheunengebäude in ein Wohnhaus verwandelt. Einst war das Nebengebäude des großen landwirtschaftlichen Anwesens der Ort, an dem Getreide getrocknet und gelagert wurde und in dem Ferkel großgezogen wurden. Sie hatten ihre Ställe zum Teil im ersten Stock und wurden mit einem Aufzug dorthin gebracht, erzählt Ulrike Minkel. Da hatte das 1866 errichtete Gebäude schon einige Jahre auf dem Buckel. Die Jahreszahl ist auf der schön sanierten Fassade gleich zweimal nachlesbar: Auf einem Balken im mittleren Teil der Vorderfassade sowie auf dem Sandsteinsockel, der belegt, dass die Familie auf viele Generationen am Ort zurückblicken kann.

So sah das Gebäude vor der Sanierung aus.Gut ausmalen kann sich der Besucher, welche Anstrengungen beim Umbau unternommen werden müssen, wenn aus einem Stall ein Wohnhaus werden soll. Den Ammoniakgeruch aus den Balken zu bekommen, war nur eine der vielen Herausforderungen. Einen Gutteil des attraktiven Erscheinungsbildes macht die sanierte Fachwerkfassade aus. „Ein Glück war es“, erklärt Ulrike Minkel, „dass die Fassade vorher mit Eternitplatten verkleidet war, das schonte die Balken.“

Ein Teil der Flächen des Hauses wird von der Psychologin beruflich genutzt. Sie ist als Coach und Management-Beraterin tätig und empfängt ihre Geschäftskunden im großen Seminarraum sowie in mehreren kleinen Besprechungsräumen. Der große Seminarraum im Erdgeschoss war einmal der Ort, in den die mit Getreide beladenen Anhänger hineinrollten und ihre Ladung dort abkippten. Heute besitzt der Raum eine anziehende, weil gemütliche Atmosphäre: „Ich arbeite dort oft mit kleineren Gruppen. Auch die Teilnehmer halten sich gern hier auf“, erläutert Ulrike Minkel.

Zwei Bauabschnitte am Ende der Sanierung wurden durch die Stadt Gudensberg mit Mitteln aus dem Programm „Leben im Stadt- und Ortskern“ gefördert. Bezuschusst wurde die Sanierung der Fachwerkfront in 2016 sowie der Ersatz der Betonstufen an beiden Eingängen durch Sandstein in diesem Jahr.

Gefördert wurden die Sandsteinstufen der Eingangsbereiche.Beratung und Förderung: Das Programm „Leben im Stadt- und Ortskern“
Die Stadt Gudensberg fördert Investitionen an Häusern in der Altstadt und den Ortskernen der Stadtteile. Ziel ist, die Wohn- und Aufenthaltsqualität der jeweiligen Bereiche zu stärken, Leerstand und Verfall zu vermeiden. Für interessierte Gebäudeeigentümer gibt es eine kostenlose Beratung durch einen Architekten. Zielsetzung der Beratung ist, dem Hauseigentümer Ideen und Anregungen zu geben, was sie aus ihrem Haus machen können. Deshalb übernimmt die Stadt auch die Kosten für die Architektenberatung komplett (ca. 6-10 Stunden je Objekt).

Die Förderung für Investitionen beträgt grundsätzlich 10% der förderfähigen Kosten. Für Kinder, Senioren und Behinderte wird eine höhere Förderung gewährt, höchstens jedoch 10.000,00 € für das Gesamtobjekt. Das Programm gilt für die Ortskerne und die Altstadt Gudensberg innerhalb eines abgegrenzten Geltungsbereiches. Ansprechpartnerin für das Förderprogramm im Gudensberger Rathaus ist Ina Polter, Tel. 05603/933-121. Weitere Informationen gibt es auch unter www.gudensberg.de .