Gelebte Partnerschaft: Feuerwehr Gleichen zu Besuch in Biskupice

Die Gudensberger Delegation vor den neuen Löschfahrzeug. Dritter von links Bogdan Szczęśniak, Bürgermeister von Jelcz-Laskowice; Erster Stadtrat Günter Hempel (5.v.l.) führte die Gudensberger Delegation an.Nach langer coronabedingter Pause gab es wieder eine Begegnung im Rahmen der Städtepartnerschaft Gudensberg – Jelcz-Laskowice: Eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Gleichen reiste nach Polen, um die befreundete Wehr in Biskupice Olawskie, ähnlich wie Gleichen ein Stadtteil der Großgemeinde, zu besuchen. Die städtischen Gremien vertraten Erster Stadtrat Günter Hempel, Stadtrat Stephan Schmidt und für die Verwaltung Dr. Eberhardt Kettlitz, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik. Anlass waren die Jubiläumsfeier zum 75-jährigen Bestehen der Wehr in Biskupice Olawskie. Auch ein neues Löschfahrzeug wurde in Betrieb genommen.

Nach langer Anreise tauschten sich die Gudensberger Gäste mit den polnischen Freunden intensiv aus, denn die Corona-Pandemie hatte jegliche Treffen der befreundeten Partnerstädte verhindert und man hatte sich viel zu erzählen. Am nächsten Tag war die Gudensberger Delegation mit ihren polnischen Gastgebern im historischen Museum der Jelcz-Automobilwerke zu Gast. Jelcz war einst einer der großen LKW-Hersteller des Ostblocks und wichtigster Arbeitgeber in Jelcz-Laskowice.

Aufmarsch der Feuerwehren: Teilnehmer:innen des deutsch-polnischen Treffens vor dem Feuerwehrhaus in Biskupice Olawskie. Die Gudensberger erfuhren, dass ein sozialistisches Großunternehmen neben der industriellen Produktion noch andere Aufgaben übernehmen musste und Bildungs-, Sport- und Kulturangebote unterbreitete. Auch die medizinische Versorgung fand im Werk statt. Nach den Umwälzungen der letzten Jahrzehnte bietet Jelcz heute noch immer 500 Mitarbeiter:innen einen Arbeitsplatz.

Im Museum konnten die Feuerwehrleute auch historische Löschfahrzeuge bestaunen, denn die gehörten einst zur Produktpalette. Nach der interessanten Führung durch das Werksmuseum trugen sich die Gudensberger Besucher in das Gästebuch ein, wo sich ein paar Seiten vorher bereits die Original Chattengauer bei ihrem Besuch 2018 verewigt hatten. Als Dolmetscherin hatte Edyta Schneider, die polnische Ehefrau des Gleichener Feuerwehrmannes Jörn Schneider, souverän dafür gesorgt, dass den deutschen Gästen nichts entging.

Erster Stadtrat Günter Hempel (l.) nimmt ein Gastgeschenk entgegen.Die Feier zum 75-jährigen Jubiläum der Feuerwehr in Biskupice begann mit einem feierlichen Gottesdienst. Nach dessen Ende marschierten die Feuerwehrleute in Uniform zum Feuerwehrstützpunkt und wurden dabei von einem Musikzug begleitet. Die Feierstunde umfasste Ehrungen vieler langgedienter Feuerwehrmänner und -frauen. Auch die Gudensberger wurden persönlich begrüßt und erhielten ein Willkommenspräsent.

Der Erste Stadtrat Günter Hempel gratulierte zum Jubiläum und wünschte allen Feuerwehrleuten stets eine gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen. Vertreter der Kirche weihten das neue Feuerwehrfahrzeug. Die Gudensberger Kameraden ließen sich das Löschfahrzeug intensiv von ihren polnischen Kameraden erklären. Das deutsch-polnische Treffen zog sich bis in den späten Abend. Alle waren froh, sich endlich einmal wieder getroffen zu haben und schmiedeten neue Pläne für den freundschaftlichen und fachlichen Austausch.