„Geschichte der Stadt Gudensberg“ – Stadtarchiv Kassel übergibt historische Bände zum Stadtjubiläum

Dr. Eberhardt Kettlitz (l.) und Jörg Daniel aus dem Gudensberger Rathaus werfen einen Blick in die vom Stadtarchiv Kassel übergebenen Bände. Foto: Elisa Mand Das Stadtarchiv Kassel hat der Stadt Gudensberg zwei Exemplare des historischen Buches „Gudensberg – Schloss und Stadt und die Grafschaft Maden“ von Hugo Brunner von 1921/1922 übergeben. Der aus Gudensberg stammende Historiker und Bibliotheksdirektor hatte die Stadtgeschichte zum 800-jährigen Jubiläum geschrieben. In diesem Jahr kann die Chattengau-Stadt auf 900 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung zurückblicken. Ein Exemplar des historischen Werkes steht ab sofort in der Gudensberger Mediothek zur Ausleihe zur Verfügung. Das zweite verbleibt im Gudensberger Stadtarchiv.

In der „Vorrede“ zu seinem Buch schreibt Hugo Brunner: „In dem Jahre, da ich diese Zeilen schreibe, blickt das ehrwürdige Gudensberg auf eine nachweislich achthundertjährige Geschichte zurück: im Jahre 1121 erhalten wir die erste urkundliche Nennung des Namens.“ So sei durchaus „Veranlassung zu einer frohen Gedächtnisfeier“ gegeben gewesen. Wie aber heute die Corona-Pandemie traf das Jubiläum auch 1921 auf widrige Umstände, die eine angemessene Würdigung verhinderten. Die schwierigen „Zeitumstände“ verhinderten eine Feierstunde und Brunner mutmaßte, dass eine Feier wohl auch im Folgejahr unterbleiben werde, da „sich die allgemeinen Verhältnisse des Deutschen Reiches eher schlimmer als besser gestalten“ würden.

Auf alle Fälle hatte der geschätzte Bibliothekar mit seinem Geschichtswerk Maßstäbe für die Lokalgeschichte gesetzt. Hunderte von geschichtlich Interessierten nahmen das Werk in den folgenden hundert Jahren zur Hand, um sich über die Entwicklung Gudensbergs zu informieren. Angesichts der Bedeutung Gudensberg für die Frühgeschichte Hessens war sich Brunner sicher: „Die Geschichte von Gudensberg und Maden ist für die alte Zeit die des gesamten Hessengaus.“

Hugo Brunner (1853 – 1922)
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft, Philologie und Geschichte in Marburg, Leipzig und Münster unterrichtete Brunner acht Jahre im höheren Lehramt. 1887 wurde er zum Bibliothekar der Landesbibliothek in Kassel berufen, stieg dort zum Oberbibliothekar und 1912 zum Direktor der Landesbibliothek auf. Von 1892 bis 1901 war Brunner Vorsitzender des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neben der Gudensberger Stadtgeschichte veröffentlichte Brunner zahlreiche weitere Bücher zur Geschichte von Hessen und Kassel. Als Dichter griff er regionale Sagen und Lokalitäten in Gedichtform auf, etwa im Gedicht „Kaiser Karl im Odenberg“. In Gudensberg erinnert ein Straßenname an ihn. (vgl. Artikel „Hugo Brunner“ in Wikipedia)