Gesplittete Abwassergebühr: Fragen und Antworten

Die Abwassergebühren werden jetzt auch in Gudensberg in Schmutz- und Niederschlagswassergebühren aufgeteilt. Hier haben wir für Sie Antworten auf die wichtigisten Fragen (FAQ) zusammengestellt.

Wie erfolgt die Flächenermittlung?
Für jedes Grundstück wurden Luftbildaufnahmen von der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation erworben, um die befestigten Flächen zu ermitteln. Hierbei geht man davon aus, dass Dach- und Gebäudeflächen zu 100% in den Kanal entwässern, andere befestigte Flächen nur zu 75%.

Eine angeschlossene Fläche ist jede entwässernde Fläche, die direkt (Regenrinne/Einlaufschächte) oder indirekt (Ablauf über den Hof in den Straßenablauf bzw. Gully) in den städtischen Kanal fließt. Das Ergebnis der Auswertung pro Grundstück liefert die Grundlage für die Einstufung in den sogenannten Grundstücksabflussbeiwert.

Was ist der Grundstücksabflussbeiwert (GAB)?
Der GAB gibt nur Auskunft über das Verhältnis von der Gesamtfläche zu der versiegelten Fläche. Wenn auf dem Grundstück eine Fläche von 0 bis 10 % als befestigte Fläche eingeschätzt wurde, erfolgt die Einstufung in die Abflusskategorie 0. Das bedeutet, dass die tatsächlichen Flächen als gebührenrelevant angesehen werden.

Wenn auf dem Grundstück jedoch eine Fläche von 10 bis 100 % als befestigte Fläche eingeschätzt wurde, erfolgt eine Einstufung in die Abflusskategorien 1 bis 6. In den Kategorien wird die gebührenrelevante Fläche ihres Grundstückes aufgrund des mittleren GAB berechnet.

Der mittlere GAB wird verwendet, damit nicht jede Änderung an ihrem Grundstück auch ihre zu zahlende Gebühr verändert. Dieses Verfahren erspart Verwaltungsaufwand und senkt somit die Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung und folglich auch die Gebühren.

Erzielt die Stadtverwaltung durch die Einführung der gesplitteten Gebühren zusätzliche Einnahmen?
Nein, die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung wurden bisher auch über die Abwassergebühren finanziert. Die Stadtverwaltung darf nicht mehr Gebühren einnehmen, als sie zur Deckung der entstehenden Kosten benötigt. Dieses „Kostendeckungsprinzip“ ist gesetzlich vorgeschrieben. Es dürfen somit keine Gewinne erzielt werden.

Spielt es eine Rolle, ob mein Grundstück im Misch- oder Trennsystem entwässert wird?
Das spielt keine Rolle. Jeder Kanal ist ein Bestandteil des städtischen Abwassersystems, welcher Kosten verursacht, die über die Gebühreneinnahmen zu decken sind.

Warum fließt die Nutzung einer Regentonne oder Zisternen mit Überlauf an das Kanalnetz nicht in die Gebührenberechnung ein?

Regentonnen sind ortsveränderliche Behälter, die nicht dauerhaft über das ganze Jahr genutzt werden. Zisternen mit Überlauf an das Kanalnetz, die für eine Gartenbewässerung genutzt werden, sind einen Großteil des Jahres vollgefüllt, so dass eine dämpfende Wirkung des Abflusses nicht gegeben ist. Darüber hinaus wird das Kanalnetz für einen großen Teil der Abflüsse in Anspruch genommen.

Lohnt sich eine Reduzierung der gebührenrelevanten Fläche für mich?

Eine Reduzierung der gebührenrelevanten Fläche ermöglicht Ihnen eine Gebührenersparnis. Durch die entstehenden Kosten für eine Änderung der Versiegelungsarten oder eine Errichtung von Versickerungsanlagen lohnt sich eine gebührenrelevante Flächenänderung rein wirtschaftlich betrachtet in der Regel nicht. Die Kosten sind meistens höher als die Gebührenersparnis.

Bitte treffen Sie daher entsprechende Entscheidungen erst nach Kenntnis der zu erwartenden Gebühr auf Basis eines Kostenvergleichs.

Angenommen die versiegelte Fläche auf einem kleinen und einem großen Grundstück ist identisch: Zahle ich mehr/weniger Niederschlagswassergebühr aufgrund einer anderen Einstufung des GAB?

Nein, die Einstufung erfolgt nur zur Ermittlung der gebührenrelevanten Fläche. Anschließend wird dann die gebührenrelevante Fläche mit der Niederschlagswassergebühr multipliziert.

Beispiel I

Grundstücksgröße = 800 m², versiegelte Fläche = 200 m²
GAB = Versiegelte Fläche : Grundstücksgröße (200 : 800)
= 0,25
= Einstufung in Stufe 2

Zur Berechnung der gebührenrelevanten Fläche wird der mittlere GAB von 0,24 verwendet.

Gebührenrelevante Fläche = Grundstücksgröße * mittlerer GAB
= 800 m² * 0,24 (anstatt 0,25)
= 192 m² gebührenrelevant

Beispiel II

Grundstücksgröße = 500 m², versiegelte Fläche = 200 m²
GAB = Versiegelte Fläche : Grundstücksgröße (200 m² : 500 m²)
= 0,40
= Einstufung in Stufe 3
Zur Berechnung der gebührenrelevanten Fläche wird der mittlere GAB von 0,38 verwendet.

Gebührenrelevante Fläche = Grundstücksgröße * mittlerer GAB
= 500 m² * 0,38 (anstatt 0,40)
= 190 m² gebührenrelevant

Die Einstufung dient nur zur Ermittlung der gebührenrelevanten Fläche und gibt keine Auskunft über die Höhe der Gebühr. Diese wird anhand der versiegelten Flächen der Grundstücke festgelegt.