Integration bei der Feuerwehr Maden

Die Mitarbeit ist für Brusk mehr als Brandschutz.Die Freiwillige Feuerwehr des Gudensberger Stadtteils Maden hat ein neues Mitglied. Soweit eigentlich keine besondere Meldung, doch diesmal hat die Neuaufnahme schon etwas Außergewöhnliches. Der neue Kamerad heißt Brusk. Er ist 25 Jahre alt, stammt gebürtig aus dem Nordirak und ist Flüchtling.

Nachdem er in Arbid aufwuchs, hat er 12 Jahre die Schule besucht und mit dem Abitur abgeschlossen. Bevor er vor Krieg, Terror und Gewalt floh, hat er bei seinem Vater als Helfer im Elektrohandwerk gearbeitet. Im August 2015 kam er in Deutschland an und bewohnt derzeit zusammen mit vier weiteren Flüchtlingen eine Wohnung in Gudensberg. Sein Asylantrag ist seitdem in Bearbeitung. Zuhause fällt ihm derweil aber die Decke auf dem Kopf und er wollte sich schnell integrieren.

Relativ schnell konnte er einen Deutschkurs besuchen. In diesem Rahmen arbeitet er ein halbes Jahr auf dem städtischen Bauhof. Aufgrund seiner Erfahrungen im Elektrohandwerk wurde er in diesem Bereich eingesetzt. Dort lernte er Michael Mey, Elektriker beim Bauhof und stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr in Maden, kennen.

Ausbildung am Strahlrohr (v.l.): Michael Mey, Wehrführer Karsten Lukas und Brusk.Brusks Wunsch war es, anderen zu helfen. Er wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben, schließlich fühlt sich der Iraker in Deutschland gut aufgenommen. Gemeinsam stieß man so auf die Feuerwehr. Brusk war begeistert. Über seinen Aufnahmeantrag entschied die Führung der Madener Feuerwehr genauso wie bei deutschen Bewerbern auch. Die Aufnahme war schnell beschlossene Sache. Die Feuerwehr ist nicht nur froh, ein neues Mitglied bekommen zu haben, sondern mit ihm auch besondere Fremdsprachenkenntnisse, die im Einsatz mit anderen Ausländern gut gebraucht werden können.

Michael Mey hat Brusk unter seine Obhut genommen. Er besucht regelmäßig die Ausbildungsveranstaltungen der Feuerwehr Maden. Nach anfänglichen Vorbehalten der anderen Aktiven ist Brusk jetzt ein fester Bestandteil einer sozialen Gemeinschaft und kann sich so noch besser integrieren. An seinen Deutschkenntnissen arbeitet der 25-Jährige derweil fleißig. Die Fachbegriffe aus dem Feuerwehrjargon fallen ihm natürlich noch schwer, aber all seine neuen Kameradinnen und Kameraden sind äußerst zuversichtlich, dass auch das bald klappt. „Er will lernen“, sagt Michael Mey. Das deutsche Feuerwehrsystem wird er dabei nun auch näher kennenlernen. In seinem Herkunftsland gab es kein flächendeckendes Löschwesen wie in Deutschland. Außerdem war dies dort meist militärisch oder polizeilich organisiert, was gewisse Ängste in der Bevölkerung mit sich brachte.