Konstituierende Sitzung der neugewählten Stadtverordnetenversammlung

Archivbild Bgm Frank Boerner Foto Rainer SanderBürgermeister Frank Börner hat sich mit dem folgenden Redebeitrag an die neugewählten Mitglieder der Gudensberger Stadtverordnetenversammlung gewandt, die am 22. April zu ihrer konstituierenden Sitzung im Bürgerhaus zusammen kam.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gudensberg ganz herzlich und freue mich, dass wir heute auch wieder einige Zuhörer zu Gast haben. Leider mussten wir die Anzahl der Besucher wegen der Sicherheitsvorkehrungen durch Corona beschränken. Dafür bitte ich Sie um Ihr Verständnis.

Besonders begrüße ich Sie, die neugewählten Stadtverordneten. Sie tragen jetzt, als Ergebnis der am 14. März erfolgten Kommunalwahl, die Verantwortung für die weitere Entwicklung unserer Stadt. Sie möchten sich für Gudensberg engagieren; die Stadt mitgestalten. Dafür bedanke ich mich.

Im Namen unserer Bürgerinnen und Bürger und ganz persönlich gratuliere ich Ihnen zu Ihrer Wahl sehr herzlich und wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegenden Aufgaben eine glückliche Hand und viel Erfolg.

Ich darf Ihnen versichern, dass ich mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen freue und Sie sich jederzeit auf meine Unterstützung verlassen können.

In unserer Stadtverordnetenversammlung sind nun 5 Fraktionen vertreten; 3 mehr als zuletzt. Das verspricht eine lebendige Diskussion in den nächsten Jahren.

Ich möchte Sie ausdrücklich ermuntern, Ihre Anregungen, Ideen aber auch konstruktive Kritik vorzutragen. Es war bislang guter Brauch in diesem Hause, gute Vorschläge aufzugreifen und schnell umzusetzen, egal von welcher Fraktion sie kommen. Immer an der Sache orientiert, nur so können wir Gudensberg gemeinsam und erfolgreich weiterentwickeln.

Natürlich begrüße ich genauso herzlich die aus dem Magistrat ausscheidenden Stadträte. Auch Ihnen sage ich Dank für die geleistete Arbeit in der bisherigen Wahlperiode.

Seit über einem Jahr hält uns die Corona-Pandemie im Atem. Mit 19 durch oder an Corona Verstorbenen ist Gudensberg besonders hart betroffen. Corona beeinträchtigt aber auch die Arbeit der städtischen Gremien, wir merken das ja gerade heute Abend.

Unsere Arbeit wird in den nächsten Jahren weiter von den Auswirkungen der Pandemie geprägt sein; der finanzielle Spielraum wird sicher enger werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass Gudensberg diese schwieriger werdenden Zeiten mit dem angelegten finanziellen Polster gut bewältigen kann.

Gerne möchte ich Ihnen einen kurzen Ausblick über die Aufgaben und Themen geben, die aus meiner Sicht in der nächsten Zeit anzupacken sind.

Zu einem möglichen Gewerbegebiet liegt ja auch schon eine Anfrage der FWG-Fraktion vor, die ich selbstverständlich in der nächsten Sitzung beantworten werde, allerdings nicht heute, weil die Anfrage erst sehr kurzfristig und damit nicht innerhalb der gemäß Geschäftsordnung gesetzten Frist vorgelegt wurde.

Aber zu Sache: Aktuell haben bei uns 7 Gudensberger Unternehmen ihr Interesse am Erwerb eines Gewerbegrundstückes erklärt. Hinzu kommt ein weiterer Betrieb aus Niedenstein. Größere Logistikunternehmen befinden sich nicht darunter. Einige Betriebe möchten sich vergrößern und suchen deshalb einen Standort außerhalb der Stadt. Die Interessenten wissen, dass zunächst die neue Stadtverordnetenversammlung, also Sie alle, über die zukünftige gewerbliche Entwicklung unserer Stadt beraten und entscheiden müssen.

Eine der Entwicklungsoptionen liegt im Bereich der Autobahnauffahrt zur A 49, dort wo bereits Teilflächen durch die Stadt bevorratet werden. Noch ist unklar, ob dieser Bereich, der z.Zt. als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen ist, überhaupt bebaut werden darf. Um diese Frage zu klären, hat der Magistrat bei der Regionalversammlung Nordhessen eine Abweichung vom Regionalplan beantragt. Hier rechnen wir mit einer Entscheidung im Juli dieses Jahres.

Baurecht kann aber nur dann geschaffen werden, wenn Sie, die Stadtverordnetenversammlung, eine Änderung des geltenden Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen.

Darüber kann m.E. frühestens im Herbst beraten werden. Ich halte es deshalb für notwendig, in den nächsten Monaten eine ergebnisoffene Diskussion zu diesem Thema zu führen, die Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen abzuwägen. Die Entscheidung wird sicher nicht einfach sein.

Die weiteren wichtigen Themen, die aus meiner Sicht in der nächsten Zeit anstehen, möchte ich nur kurz anreißen. Sie sind richtungsweisend für eine weitere nachhaltige Stadtentwicklung, ergänzen die bereits zahlreich vorhandenen Bausteine und ergeben so ein Gesamtkonzept für Gudensberg.

Ich spreche von

  • der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für Gudensberg,
  • der Planung und Durchführung von Maßnahmen zumHochwasserschutz an Ems und Goldbach und
  • der zu führenden Diskussion über ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept.

Hinzu kommen

  • die Realisierung des neuen Vereins- und Begegnungszentrums G 1,
  • der Aufbau einer Infrastruktur für die E-Mobilität sowie
  • die zügige Umsetzung unseres Städtebauprogramms „Lebendige Zentren“ – Gudensberg 2030.

Außerdem müssen wir Vergabekriterien für verdichtetes Bauen erarbeiten und die Breitbandversorgung verbessern. Glasfaseranschlüsse bis in jedes Haus sind aus meiner Sicht für die Zukunft unverzichtbar.

Dies alles sind keine leichten Aufgaben. Aber unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht von Ihnen, den gewählten Vertretern, dass wir sie anpacken und zum Wohle der Allgemeinheit lösen. Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam die besten Lösungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Stadt zu finden.