Ritter Rumpel auf der Märchenbühne

Ein sympathischer Antiheld, dem die Kinder gern zuhörten: Thomas Hof als Ritter Rumpel auf der Märchenbühne. Foto: Rainder SanderWenn Ritter Rumpel die Märchenbühne besucht, dann trifft er dort zumeist auf scharenweise Kinder. Rumpel ist ein echter Kerl, ein Ritter durch und durch, aber irgendwie auch ganz schön verdreht und nie erwachsen geworden.

Über viele Wochen durfte Ritter Rumpel die Gudensberger Kinder nicht suchen. Am letzten Juni-Sonntag war es dann wieder so weit. Rumpel durfte etwa 100 Kinder auf seiner Burg begrüßen. Kreativ ist er gewesen in den Wochen der Pandemie, hat sich neue Geschichten ausgedacht und anscheinend trotz Lockdown jede Menge erlebt. So hat er Graf Corona kennengelernt, aber die zwei mögen sich offensichtlich nicht so sehr.

Auch mit Fräulein Gisela und Herrn Krause hadert er, die sich bei ihm beworben haben. In seinem Element ist er, wenn er zwischen den Zwiebeltürmen der Märchenbühne auf Entdeckungsreise geht und seinen Drachen sucht. Dann trifft er nicht nur auf ein feuerspannendes Monster, er findet Skelette und vor allem Spinnen. Diese sind zum Fürchten, selbst wenn sie nur einen Zentimeter groß sind.

Ritter Rumpel kann sich auf sein Schwert aus Plastik verlassen. Nur seinen Freund, den Drachen bekommt er nicht auf die Bühne, der schaut sich Videos auf dem Tablet an. Was Drachen in der Neuzeit so alles treiben…

So ganz nebenbei präsentiert der mittelalterliche Held jede Menge Erziehungsweisheiten und deckt die Widersprüche in der Kindererziehung auf. Wenn Eltern Weinbergschnecken eklig finden, die ihre Sprösslinge schon mal mit nach Hause tragen, dann ist es nicht das gleiche, als wenn Kinder Broccoli oder Zucchini eklig finden. „Die schmecken doch wie Gurken…!“ Oder?

In Wirklichkeit ist der furchterregende Ritter, der gerne auch in andere Rollen schlüpft, was sein Schöpfer, der Schauspieler und Schmeckefuchs Thomas Hof von der Pike auf gelernt hat, ein Antiheld. Ein sympathischer noch dazu und wenn er in seinem Element ist, dann bringt er die Kinderschar beim Lachen tatsächlich dazu, stillzusitzen. Gerne erfüllt er auch Kinderwünsche.

Für die nächsten Male, wenn Ritter Rumpel wieder auf die Märchenbühne kommt, hat sich Gudensbergs Nachwuchs schon mal etwas gewünscht: Geschichten über eine Veränderungsmaschine, eine Kanutour und über Küchentrolle… Da wird dem Thomas schon etwas einfallen. Schließlich kann er auch perfekt improvisieren. (rs)