Wachsender Fachkräftemangel in der Pflege: Große Nachfrage bei der Krankenpflegestation Gudensberg und Niedenstein

Laut aktuellen Hochrechnungen der Bertelsmann Stiftung soll die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 50 Prozent steigen. Die Zahl derjenigen, die in der Pflege tätig sind, nimmt dagegen ab. Geht man davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt, werden rund 500.000 Vollzeitkräfte in der Pflege fehlen. In einem Interview erklären die Bürgermeister Frank Grunewald (Niedenstein) und Frank Börner (Gudensberg), wie sich diese Entwicklung bereits jetzt auf die Krankenpflegestation Gudensberg und Niedenstein auswirkt.

Herr Grunewald, bitte schildern Sie das aktuelle Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in der Krankenpflegestation Gudensberg und Niedenstein.

Bürgermeister Frank Grunewald (Niedenstein)Frank Grunewald: Wie in fast allen Teilen Deutschlands ist auch hier in unserer Region die Nachfrage nach ambulanter Pflege groß. Daher wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern ein ansprechendes und umfassendes Angebot im Bereich der Pflege anbieten, damit sie so lange wie möglich in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben können. Die Suche nach geeigneten Pflegekräften gestaltet sich allerdings sehr schwierig, da die Branche insgesamt an einem Fachkräftemangel leidet. Unser Personalstamm ist körperlich und psychisch einer hohen Belastung ausgesetzt. Besonders dann, wenn Kolleginnen vertreten werden müssen.

Herr Börner, wie ist Ihre Meinung dazu?

Frank Börner: Wir sind sehr froh, dass die Pflegedienste in Gudensberg und Niedenstein die Versorgung unserer pflegebedürftigen Mitbürger gewährleisten. Als Kommune bieten wir mit der Krankenpflegestation Gudensberg und Niedenstein und mit der neuen Tagespflege im Chattengau qualitativ hochwertige Pflege für unsere Bürger und attraktive Arbeitsplätze für Pflegekräfte. Gute Pflege braucht jedoch Zeit und Personal. Hier sind Arbeitgeber in der Pflegebranche gefordert. Um dem Personalnotstand auf Dauer zu begegnen ist eine Aufwertung des Pflegeberufs unerlässlich. Unsere Mitarbeiterinnen schätzen Arbeitszeiten, die mit familiären Verpflichtungen vereinbar sind, gute Fortbildungsmöglichkeiten und die Bezahlung nach TVöD, aber auch die vielseitige und zunehmend anspruchsvollere Tätigkeit als Pflegekraft im häuslichen Bereich.

Als Ausbildungsbetrieb legen wir zudem viel Wert darauf, junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern.

Die Arbeit als Pflegekraft verlangt hohen körperlichen Einsatz. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in diesem Bereich?

Frank Grunewald: Die Ansprüche an die Pflege haben sich verändert. Ein moderner Pflegedienst bietet heutzutage die Rundum-Versorgung pflegebedürftiger Personen. Zu den Tätigkeiten gehört auch die Pflege schwerstkranker und sterbender Menschen. Fort- und Weiterbildungen im Bereich der palliativen Pflege, der onkologischen Pflege oder der Wundversorgung sind hier beispielhaft zu nennen.

Im Juni 2017 hat die Tagespflege im Chattengau eröffnet. In welchem Verhältnis steht die Einrichtung zur Krankenpflegestation?

Bürgermeister Frank Börner (Gudensberg)Frank Börner: Die Tagespflege ist eine Ergänzung zur ambulanten Krankenpflegestation. Auch hier gibt es pflegerische Leistungen, aber im Mittelpunkt steht die soziale Betreuung der Gäste durch verschiedene Gruppen- und Einzelangebote. Das Personal der beiden Einrichtungen arbeitet eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, pflegebedürftigen Menschen solange wie möglich den Verbleib in ihrer eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.

Kontakt: Krankenpflegestation Gudensberg und Niedenstein, Tel.: 05603/3002, E-Mail: ag.krankenpflegestation@stadt-gudensberg.de, Ansprechpartnerin: Gabriele Herzog (Pflegedienstleitung)