Zweite „Kompass“-Sicherheitskonferenz: Maßnahmenkatalog soll Situation verbessern

Teilnehmer:innen der zweiten Sicherheitskonferenz in Gudensberg. Wie kann die öffentliche Sicherheit in Gudensberg gestärkt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der zweiten Sicherheitskonferenz, die im Rahmen des „Kompass“-Projektes im Gudensberger Bürgerhaus stattfand. Ziel des Projektes ist eine stärkere Bürgerbeteiligung in Sicherheitsfragen und eine engere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Klare Signale kamen von den teilnehmenden Bürger:innen, die Verbesserungsbedarf sehen, auch wenn die Statistiken belegen, dass Gudensberg kein Kriminalitätsschwerpunkt ist. Zudem konnte bereits eine Reihe von wirksamen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, betonten Polizei- und Stadtvertreter.

Vor drei Jahren, im Oktober 2018, startete das „Kompass“-Projekt. Die Initiative der hessischen Polizei setzt beim Thema Sicherheit auf eine stärkere Bürgerbeteiligung und eine enge Kooperation der Sicherheitsbehörden. Bereits in dieser frühen Phase klinkte sich die Stadt Gudensberg in das umsetzungsorientierte Projekt ein. Die notwendigen ersten Schritte konnten die Kooperationspartner bereits abschließen und durchleuchteten dabei die aktuelle Sicherheitslage in der Chattengau-Stadt. Hier kamen die Bürger:innen ausführlich zu Wort. Neben der ersten Sicherheitskonferenz fand eine umfangreiche Sicherheitsbefragung statt, an der viele Hundert Bürger:innen teilnahmen.

All diese Bemühungen und Erkenntnisse seien nicht für die Schublade, sondern sollen in ein umfangreiches Maßnahmenpaket münden, betont Bürgermeister Frank Börner. Die Umsetzung dieses Paketes laufe bereits und schon jetzt zeige sich, dass die angestrebte bessere Zusammenarbeit funktioniere. Das „Kompass“-Projekt sei jedoch nicht statisch angelegt, sondern solle fortentwickelt werden. Daher greife man Probleme, die aus der Bürgerschaft benannt würden, sofort auf und versuche, ihnen wirksam zu begegnen.

Zu den Problemen, die von Bürger:innen während der zweiten Sicherheitskonferenz genannt wurden, gehörten Lärm und Verschmutzung in der Altstadt, auch die Platznot, die durch eine wachsende Zahl von Mülltonnen in den engen Gassen entstand. Unachtsames bzw. sogar aggressives Fahrverhalten wurde auf dem großen Parkplatz in der Untergasse beobachtet. Erschrecken wurde über den Einbruch in Georg-August-Zinn-Schule geäußert, bei dem hoher Sachschaden entstand.

Schwerpunkte des Gudensberger Sicherheitspaketes

Verbesserung des Sicherheitsempfindens der Bürger:innen
• Beschäftigung eines Streetworkers (umgesetzt)
• Präsenz und Sprechzeiten „Schutzmann vor Ort“ (umgesetzt)
• Präventionsveranstaltungen mit Polizei (umgesetzt)
• Programm Gewalt-Sehen-Helfen zum Umgang mit Gewalt und Aggression (umgesetzt)
• Bürgerdialog „Altstadtgeschnuddel“ mit Mach-Mit (umgesetzt)

Integration
• Arbeit des/der Integrationsbeauftragten; Kooperation mit städtischem Streetworker (umgesetzt)
• Bürgerschaftliches Engagement im „F 26“ („Mach Mit in Gudensberg“ und weitere Organisationen/umgesetzt)
• Veranstaltungsreihe „Miteinander in Gudensberg“ mit Partnern
• Arbeit des Präventionsrates (umgesetzt)
• Einrichtung eines integrativen Gemeinschaftszentrums G 1 (in Planung)

Verkehr/Verkehrssicherheit
• Beleuchtung Schloßberg-Rundweg (in Planung)
• Erhöhung der Präsenzzeiten des Ordnungsbehördenbezirks (OBB) (in Planung)
• Durchführung von Verkehrsaktionstagen (umgesetzt)
• Umgestaltung Rathausumfeld und Untergasse (Stadtentwicklungskonzept; in Planung)
• Umgestaltung der Verkehrsverhältnisse (Stadtentwicklungskonzept; in Planung)