Natur und Umwelt

Pflegeschnitt der Kopfhainbuchenallee am Odenberg


Möglich gemacht wurden die Pflegearbeiten durch eine Spende in Höhe von 1.500 Euro. Wilfried Höhmann stellte den Betrag im Gedenken an seinen verstorbenen Vater Werner Höhmann (*14.02.1935, †04.04.2024) zur Verfügung. Die Allee lag diesem besonders am Herzen. Noch im hohen Alter besuchte er die Allee regelmäßig und genoss den Ausblick, auch, weil sich entlang der Allee eine Wiesenfläche in Familienbesitz befindet. Werner Höhmann ist auch heute noch im Stadtbild präsent. Er stellt eine der beiden Figuren am Rande der Märchenbühne im Stadtpark dar.

​​Die Kronen von rund 40 Bäumen wurden eingekürzt und Totholz entfernt. Die Arbeiten erfolgten gemäß der ZTV-Baumpflege, wobei die Kronen um etwa 10 bis 15 Prozent reduziert wurden. Der regelmäßige Rückschnitt ist bei Kopfhainbuchen unerlässlich: Ohne diese Pflege wird die Kronenlast zu groß, Äste brechen und die Bäume können langfristig absterben.

Besonderer Wert wurde auf ein schonendes Vorgehen gelegt. Die Kronen wurden überwiegend auf der Wegseite zurückgeschnitten. So bleibt die dem freien Feld zugewandte Seite als wichtiger Energielieferant erhalten, da sie das Sonnenlicht optimal aufnehmen kann. Dies fördert die Entwicklung neuer, kräftiger Triebe auf der geschnittenen Seite. In zwei bis drei Jahren kann ein Rückschnitt auf der gegenüberliegenden Seite erfolgen. Ein gleichmäßiger Rundrückschnitt würde hingegen das Risiko erhöhen, dass die Bäume nicht ausreichend regenerieren und anfälliger für Pilzbefall werden. Die letzte größere Pflegemaßnahme an der Allee fand in den Jahren 2012/2013 statt.

Kopfhainbuchen waren früher weit verbreitet und wurden regelmäßig „geköpft“, um Brennholz, Reisig und Laub zu gewinnen – Materialien, die in der traditionellen Landwirtschaft und als Energiequelle unverzichtbar waren. Mit der Umstellung auf Erdöl- und Gasheizungen ging die Nutzung dieser Bäume zurück, und die Art wurde zunehmend selten. Die alten Bäume am Odenberg sind heute ein wertvolles Zeugnis dieser historischen Landnutzung und gleichzeitig ein bedeutender Lebensraum: Ihre knorrigen, oft höhlenreichen Strukturen bieten zahlreichen Käfer-, Wespen- und Bienenarten sowie Vögeln ideale Bedingungen.